Was bringt eine Gelenkspiegelung bei Meniskusschaden oder Meniskusriss?

Bei der Arthroskopie (von griechisch arthros = Gelenk und skopein = schauen) oder Gelenkspiegelung handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die es ermöglicht, in das Gelenkinnere hineinzuschauen.

Das Besondere dieser Methode ist, dass sie nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur Behandlung genutzt werden kann. Ein Meniskusschaden kann also nicht nur erkannt, sondern während der gleichen Sitzung beseitigt werden. Meist kommt eine Arthroskopie bei dann zum Einsatz, wenn die Voruntersuchungen (z.B. MRT) schon Hinweise auf eine Meniskus-Schädigung ergeben haben.

Wie die Untersuchung abläuft

Die Arthroskopie im Knie ist für erfahrene Orthopäden ein Routine-Verfahren und dauert meist nicht länger als 30-60 Minuten. Bei dem Eingriff wird über einen kleinen Hautschnitt ein sogenanntes Endoskop in die Gelenkhöhle eingeführt. Dabei handelt es sich um ein dünnes Rohr (Sonde) mit Minikamera und zwei Schläuchen, über welche eine Spülflüssigkeit in das Gelenk eingefüllt und abgesaugt werden kann. Damit der Arzt die Gelenkstrukturen und den Meniskus genau betrachten kann, überträgt die Kamera die Bilder aus dem Inneren des Gelenks auf einen Bildschirm.

Stellt der Arzt während der Untersuchung Schäden am Meniskus oder gar einen Meniskusriss fest, kann er sofort mit der Behandlung beginnen. Zum Beispiel mit einer Teilresektion (Entfernung eines Teils des Meniskus), einer Meniskusnaht oder einer anderen Maßnahme. Dafür werden über zusätzliche Hautschnitte weitere spezielle Instrumente (wie Messer, Schere oder Fräsen) eingeführt.

Der Eingriff wird auch als minimal-invasive Chirurgie (MIC) oder Schüsselloch-Chirurgie bezeichnet. Eine Arthroskopie erfolgt entweder in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie.

Gründe für eine Arthroskopie

Eine Gelenkspiegelung wird, nicht nur beim Meniskusschaden, vor allem zur Abklärung von Gelenkbeschwerden und zur Untersuchung von Gelenkverletzungen eingesetzt. Mithilfe einer Arthroskopie können aber auch Krankheiten wie z.B. Arthrose (Gelenkverschleiß) oder Gelenkentzündungen (Rheumatoide Arthritis) festgestellt werden.

Eine Gelenkspiegelung eignet sich vor allem für größere Gelenke wie Knie, Schulter-, Hüfte und Ellenbogengelenk, kann aber auch bei kleineren Gelenken (z.B. Handgelenk und unteres Sprunggelenk) vorgenommen werden.

Zu den häufigsten Gründen für eine Arthroskopie gehören:

  • Knorpel- und Knochenschäden
  • Risse von Bändern, Sehnen und Muskeln
  • Schleimbeutelentzündungen
  • freie Gelenkkörper

Der Eingriff gilt als relativ komplikationsarm. Mögliche Risiken sind unter anderem Verletzungen des Gelenkes, der Gefäße und Nerven, Blutergüsse (Hämatome) und Nachblutungen. Außerdem kann es zu einer Infektion der Wunden oder der Gelenkhöhle kommen.

Autoren: Nina Peterz & Dr. med. Jörg Zorn

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