Kann man einen Meniskus auch künstlich ersetzen?

Ja, durch eine Transplantation. Ähnlich wie bei anderen Transplantationen ist das aber nur möglich, wenn ein geeignetes Transplantat, in diesem Fall ein Spender-Meniskus zur Verfügung steht. Dafür gibt es eigene Gewebebanken, die aber ähnlich wie bei Herzen oder Nieren Wartelisten haben. Ihr behandelnder Arzt kann Sie bei Bedarf mit weiteren Informationen versorgen.

Das Problem an einer solchen Transplantation ist aber neben der Wartezeit, dass sie nur möglich ist, wenn das Kniegelenk noch komplett frei von Arthrose ist. Also eher bei jungen Menschen.

Kollagengewebe statt Spender-Meniskus

Alternativ wird in einigen Spezialzentren seit kurzem eine noch sehr neue Methode zum Meniskusersatz angeboten: das Collagen Meniskus Implantat (CMI). Dabei wird ein schwammartiges Kollagengerüst (spezielles hochgereinigtes und vorgeformtes Bindegewebe) in das Knie implantiert. Durch Einwandern von körpereigenen Knorpelzellen entsteht daraus ein stabiler, künstlicher Meniskus.

Im Gegensatz zur Transplantation von Spendergewebe kann hier das Knie schon nach etwa zwei Monaten wieder voll belastet werden (Transplantation: 1 Jahr). Allerdings ist die Methode noch so neu, dass sie noch nicht breit angeboten wird und auch Kostenerstattungsfragen noch offen sind. Sie kommt außerdem nur bei einem Innenmeniskus-Schaden in Betracht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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