Woran erkennt man, dass die Achillessehne gerissen ist?

Oft ist schon das Geräusch Hinweis genug: Wenn die Achillessehne reißt, gibt es in der Regel einen deutlich hörbaren "Knall". Außerdem ist der Riss der Achillessehne meist sehr schmerzhaft.

Die klassische Symptomatik zeigt folgende drei Merkmale:

  • hörbares Geräusch (peitschenartig)
  • plötzliche starke Schmerzen
  • unmittelbarer Funktionsverlust

Akute Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit

Bei sehr plötzlich einsetzenden starken Schmerzen im Verlauf der Achillessehne oder in der Ferse (als würde jemand drauftreten), die beim Sport oder Laufen oder auch nach einem Schlag auf die Ferse auftreten, spricht vieles für einen Riss der Achillessehne. Bei einer akuten Zerreißung durch eine starke Krafteinwirkung wird der Schmerz meist als stechend beschrieben. Hinzu kommt oft ein Gefühl der Instabilität im Bereich des Sprunggelenks.

Noch ein Charakteristikum: Bei einem kompletten Achillessehnenriss ist es nicht mehr möglich, auf den Zehenspitzen zu stehen, also die Ferse zu heben. Das liegt daran, dass die Achillessehne für die Beugung des Fußes nach unten zuständig ist. Wenn sie reißt, fallen die wichtigsten Fußsenker aus.

Manche Betroffene können jedoch bereits kurz nach dem Unfall wieder auftreten und laufen, wenn auch eingeschränkt. Wenn jemand noch humpelnd das Spielfeld verlassen kann, bedeutet das also nicht, dass die Achillessehne intakt geblieben ist.

Außerdem ist oft eine Delle hinten an der Ferse sicht- und tastbar. Sie wird vor allem im Vergleich beider Füße deutlich. Um sie herum kann sich ein Bluterguss bilden, der die Rupturstelle deutlich verfärbt.

Es geht auch untypisch

Weniger eindrücklich können die Beschwerden sein, wenn die Sehne durch Abnutzung, Vorerkrankungen und/oder Medikamente bereits im Vorfeld stark geschädigt ist und spontan ohne nennenswerten Anlass reißt. Die Schmerzen können dann deutlich weniger stark sein und werden oft eher als dumpf empfunden. Die Kraft geht schleichend verloren, und die Wadenmuskulatur baut zunehmend ab.

Um sicher zu sein, untersucht der Arzt Sie eingehend und testet die Funktion und Belastbarkeit der Sehne. Im Ultraschall lässt sich der Riss oft gut darstellen. Eine Röntgenuntersuchung dient vor allem dem Ausschluss von Begleitverletzungen wie Knochenbrüchen oder -ausrissen. Ein MRT (Magnetresonanztomographie) kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Eva Bauer (Ärztin)

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