Freizeitsportler nehmen zu sorglos Schmerzmittel

Leistungssportler nehmen laut Studien vielfach Schmerzmittel ein, um Spitzenleistungen vollbringen zu können. Mittlerweile hat sich diese Unsitte auch bei Freizeitsportlern eingeschlichen. Um Schmerzen nach sportlicher Betätigung zu vermeiden, werden vorbeugend Schmerzmittel eingenommen. Ein gefährliches Verhalten.

Sport: Schmerzmittel und Schmerzauslöser

Sport kann Schmerzen lindern. So hat eine Untersuchung über den Zeitraum von 14 Jahren festgestellt, dass sich bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die regelmäßig trainierten, die Schmerzen nicht verschlimmerten. Bei denen, die keinen Sport betrieben, verschlimmerten sie sich dagegen deutlich. Der Schmerztherapeut Dr. Michael Küster sagt, dass insbesondere Frauen über 60 Jahre durch Sport Schmerzen günstig beeinflussen können. Als geeignete Sportarten gelten moderates Laufen, Schwimmen und Radfahren.

Sport kann aber auch Schmerzen bereiten: Muskelkater und Gelenkschmerz. Das ist vor allem bei extremen Belastungen der Fall. Leistungssportler, die ständig Höchstleistungen vollbringen, bekämpfen das mit Schmerzmitteln, die "wie Bonbons eingeworfen werden".

Jeder zweite Freizeit-Marathon-Läufer nimmt Schmerzmittel

Der Trend macht vor Freizeitsportlern nicht halt. Jeder zweite Teilnehmer an einem Marathonlauf gab in einer Befragung zu, vor dem Start Schmerzmittel einzunehmen, obwohl er gar keine Schmerzen hatte. Eine etwas später durchgeführte Befragung von 4.000 Sportlern bestätigte das.

Die Hälfte der Sportler, die Schmerzmittel genommen hatten, litten unter Nebenwirkungen. So wurden blutiger Urin, blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Herz-Kreislauf-Probleme vom Arzt festgestellt. Bei einigen wurden sogar Nierenversagen, Herzinfarkt oder blutende Magengeschwüre diagnostiziert. Küster mahnt deshalb auch, dass der sorglose Umgang mit Schmerzmitteln fatale Folgen haben kann. Deshalb müssten Freizeitsportler intensiv über die Risiken aufgeklärt werden.

WANC 16.03.2012
Quelle: Deutscher Schmerz- und Palliativtag, Frankfurt/Main

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