Kühlung bei Sportverletzungen: eher kontraproduktiv?

Nicht nur Leistungssportler, sondern auch Freizeitsportler behandeln Muskelzerrungen und andere Sportverletzungen gerne mit Kühlung. Doch dass die Kühlpakete auf den lädierten Muskelpartien auch schaden können, macht jetzt eine Untersuchung von  Sportwissenschaftlern deutlich.

Kühlung über 20 Minuten sogar schädlich

Ärzte nennen die gängige Variante zur Linderung von Sportverletzungen die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Vor allem die Kühlung soll dazu führen, dass der Sportler schneller wieder aktiv werden kann. Wissenschaftler der englischen Universität Ulster bezweifeln aber, dass diese Hoffnung stimmt. Im Gegenteil. Studien zeigen, das eine Kühlung, die länger als 20 Minuten dauert, nicht nur die Muskelstärke vermindert. Auch Ausdauer, Geschwindigkeit und Wendigkeit werden beeinträchtigt.

Zusammenhänge unklar

Insgesamt könne die Verletzungsgefahr sogar steigen, warnen die Autoren. Eine Erklärung dafür haben sie nicht. Sie vermuten aber, dass Kälte die Leistungsfähigkeit der Nerven vermindert und die Wahrnehmung für Beine und Arme verändert. Sie raten Sportlern und Sportmedizinern, die Muskeln nur kurz zu kühlen. Außerdem sollte darauf ein vorsichtiges Aufwärmen der betroffenen Muskelpartien erfolgen.

WANC 11.01.2011
Quelle: Sports Med. 2012 Jan 1;42(1):69-87. doi: 10.2165

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Kommentare (1)
Kühlung bei Sportverletzungen: eher kontraproduktiv?
1 Freitag, den 02. Februar 2018 um 15:23 Uhr
Gast
Wenn der Körper selbst mit Wärme auf Verletzungen reagiert, wird es sicher seinen Grund haben...
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