Magenschleimhaut

Die Magenschleimhaut (lat. Tunica mucosa gastrica) ist die innere Auskleidung (Schleimhaut) des Magens. Sie besteht aus einem Epithel, einer Eigenschicht (Lamina propria mucosae) und einer Verbindungsschicht (Tela submucosa, Submukosa) zur weiter außen liegenden glatten Muskulatur der Magenwand.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Reizdarm

weiterlesen...

Die Magenschleimhaut bildet die Magensäure und die am Verdauungsprozess beteiligten Stoffe Pepsinogen und Intrinsic Factor. Außerdem bewirkt sie die Auskleidung des Magens mit einer dicken Schleimschicht, die die Magenwand vor der Magensäure schützt.

Die Schleimhaut des Magens ist je nach Füllungszustand in Falten gelegt. Die Schleimhaut zeigt eine Felderung, diese „Felder“ werden als Areae gastricae bezeichnet. Von der Schleimhaut gehen kraterartige Vertiefungen zur Eigenschicht aus, die als „Magengrübchen“ (Foveolae gastricae) bezeichnet werden.

Epithel

Das Epithel der Magensschleimhaut besteht nur aus einer Zellschicht aus hochprismatischen (höher als breit) Zellen (einschichtiges hochprismatisches Epithel). Die Zellen (Epitheliocyti superficiales gastricae) sind durch sogenannte tight junctions fest untereinander verbunden. Im Epithel sind zahlreiche schleimproduzierende Nebenzellen eingestreut. Der Schleim dieser Zellen und der der Magendrüsen (s. u.) schützt das Epithel vor der im Magen produzierten Salzsäure.

Lamina propria mucosae

Die Eigenschicht besteht aus Bindegewebe, Blutgefäßen, Lymphgefäßen, Zellen des Immunsystems (teilweise als Lymphfollikel) und Drüsen. Die Magendrüsen münden in die Magengrübchen. Es handelt sich um schlauchförmige (tubuläre) Drüsen. Je nach Magenregion sind diese unterschiedlich ausgebildet und erfüllen auch unterschiedliche Funktionen. Man unterscheidet Kardia-, Fundus- und Pylorusdrüsen. Im Epithel der Magendrüsen sind neben exokrinen Zellen auch endokrin tätige Zellen integriert, die zum gastrointestinalen endokrinen System gehören.

Zur Submukosa hin besitzt die Eigenschicht eine Lage aus glatter Muskulatur, die Lamina muscularis mucosae. Am Übergang zur Submukosa liegen Ganglien des Meissner-Plexus (Plexus submucosus).

Kardiadrüsen

Die

Kardiadrüsen

(Glandulae cardiacae) erstrecken sich auf den Bereich des Mageneingangs (Cardia), lediglich bei Schweinen nehmen sie fast die Hälfte des Magens ein. Bei Pferden sind sie auf einen Randbereich am Übergang von der kutanen zur eigentlichen Schleimhaut ausgebildet.

Die Drüsenschläuche sind verzweigt und gewunden. Ihre Wand besteht aus den eigentlichen Drüsenzellen (Epitheliocyti cardiaci), die Muzine, ein alkalisches, schleimiges Sekret absondern.

Fundusdrüsen

Die

Fundus-

oder auch

Eigendrüsen

(Glandulae gastricae propriae) bilden den eigentlichen Magensaft. Sie erstrecken sich auf den Magenboden (Fundus) und -körper (Corpus ventriculi). Es sind gestreckte Schlauchdrüsen mit verschiedenen Zelltypen. Diese Schläuche werden in 3 Abschnitte unterteilt:

  • Isthmus: der Engstelle am Übergang zum Magengrübchen
  • Hals (Cervix)
  • Mittelstück (Pars principalis, Drüsengrund)

Die Zellen des Isthmus sind wenig ausdifferenzierte Zellen und dienen dem Ersatz für Epithelzellen. Zudem bilden sie Schleim zum Schutz der Schleimhaut.

Die

Nebenzellen

(Mucocyti cervicales) kommen im Halsbereich des Drüsenschlauches vor. Es sind nur wenige Zellen, die iso- bis hochprismatisch sind und einen basalen Zellkern besitzen. Auch die Nebenzellen sondern einen schützenden Schleim ab, der auf der Oberfläche der Zellen haftet und somit die Schleimhaut vor Magensäure schützt.

Die

Hauptzellen

(Exocrinocyti principales) sind einschichtig, hochprismatisch mit einem basal liegenden Zellkern. Sie bilden Pepsinogen, die Vorstufe des Enzyms Pepsin (bei Wiederkäuern das Lab). Pepsinogen wird in sogenannten Zymogengranula in den Zellen zwischengespeichert.

Die

Belegzellen

(Exocrinocyti parietales) liegen zwischen den Hauptzellen oder ihnen außen an. Sie produzieren die Salzsäure sowie einen für die Cobalamin-Resorption (Vitamin B12) notwendigen Intrinsic Factor. Sie enthalten intrazelluläre Sekretkapillaren mit Mikrovilli zur Vergrößerung der Abgabefläche. Belegzellen sind relativ groß, eosinophil (mit Eosin anfärbbar) und besitzen häufig 2 Zellkerne. Belegzellen produzieren außerdem das Hormon Ghrelin.

Pylorusdrüsen

Die

Pylorusdrüsen

(Glandulae pyloricae) liegen am Magenausgang (Pylorus). Sie sondern, ähnlich den Kardiadrüsen, ein alkalisches, schleimiges Sekret ab. Sie sind isoprismatisch, der Zellkern ist teilweise stark abgeflacht. Im Gegensatz zu den weiter oral (also Richtung Speiseröhre) liegenden Magendrüsen besitzen die Glandulae pyloricae keine Haupt- und kaum Belegzellen. Im Epithel der Pylorusdrüsen sind neben den exokrinen Drüsenzellen (Exocrinocyti pylorici) auch endokrine Zellen integriert. Diese sind die so genannten G-Zellen (bilden das Hormon Gastrin) und die D-Zellen (sezernieren das u.a. die G-Zellen hemmende Somatostatin).

Submukosa

Die Tela submucosa stellt eine Verschiebeschicht dar. Sie besteht aus Bindegewebe, Gefäßen, Nerven, lymphatischen Einlagerungen und Fettgewebe.


Der Beitrag "Magenschleimhaut" auf www.navigator-medizin.de basiert auf dem Artikel Magenschleimhaut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.