Was meint der Arzt mit kologener oder anorektaler Verstopfung (Obstipation)?

Kologene Obstipation

Von einer kologenen Verstopfung oder „Slow-transit-Verstopfung“ spricht der Arzt, wenn die Beweglichkeit des Darms eingeschränkt ist. Das führt dazu, dass der Nahrungsbrei recht viel Zeit benötigt, um den Darm zu passieren.

Der Darminhalt verliert zu viel Wasser

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Auf dem Weg wird dem Darminhalt kontinuierlich Wasser entzogen, das ist auch bei Gesunden so. Wenn der Transport durch den Darm aber länger dauert als vorgesehen, verliert der Darminhalt entsprechend mehr Flüssigkeit als üblich – dadurch wird er spröde und hart.

Ursache können Nervenstörungen sein

Auslöser einer kologenen Verstopfung sind z.B. Nervenstörungen, eine ballaststoffarme Ernährung, hormonelle Störungen oder Medikamentennebenwirkungen (z.B. bei opioidhaltigen Schmerzmitteln, Anti-Parkinson-Mitteln oder Mitteln zur Wasserausscheidung).

Anorektale Obstipation

Bei der anorektalen Verstopfung liegt die Ursache im Enddarm oder After. Zwar werden die Nahrungsreste zunächst problemlos durch den Darm transportiert. Aber am Ende ist der Ausgang versperrt bzw. verengt. Oder die Schließmuskeln funktionieren nicht richtig. Dadurch staut sich der Darminhalt auf – es kommt zu einer Verstopfung.

Zu einer anorektalen Verstopfung kann es z.B. in folgenden Fällen kommen:

  • bei Verengungen im Bereich des Afters (Analstenosen)
  • bei einer Aussackung des Enddarms (Rektozele)
  • wenn die Motorik der Schließmuskeln gestört ist
  • wenn Teile des Enddarms durch den After nach außen vorfallen (Rektumprolaps)

Autorin: Anna Brockdorff