Woran erkennt man, woher eine Verstopfung kommt?

An erster Stelle steht normalerweise die Anamnese: Der Arzt fragt nach Ihren Ernährungsgewohnheiten, Lebensumständen, anderen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme usw.

Bei der körperlichen Untersuchung hört und klopft der Arzt den Bauch ab und tastet mit dem Finger den Enddarm ab.

Routine-Check wie Blutanalyse und Ultraschall

Außerdem gibt es weitere Untersuchungen und Tests, die oft durchgeführt werden:

  • Blutanalyse (Kaliummangel oder hormonelle Veränderungen wie Schilddrüsenunterfunktion können eine Verstopfung auslösen)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Röntgenuntersuchung des Darms
  • Untersuchung des Stuhls auf Blut
  • Darmspiegelung

Defäkografie: Analyse der Stuhlentleerung

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Darüber hinaus gibt es noch speziellere Untersuchungen, zum Beispiel die sogenannte MRT-Defäkografie. Dabei wird Gel über einen dünnen Schlauch in den After eingebracht. Nun müssen Sie etwas mithelfen und das Gel hinaus pressen – so als würden Sie auf der Toilette sitzen. Während dieses Vorgangs werden MRT-Bilder gemacht (MRT steht für Magnetresonanztomografie; bei diesem Verfahren sind Sie keiner Strahlung ausgesetzt).

Hinton-Test: Bestimmung der Verweildauer des Stuhls im Darm

Bei einer anderen Untersuchung – dem sogenannten Hinton-Test – wird gemessen, innerhalb welcher Zeit die Nahrung den Darm passiert. Dazu müssen Sie etwa eine Woche lang täglich immer zu derselben Uhrzeit eine Kapsel schlucken, die mit röntgendichten Markern gefüllt ist. Wichtig: Während dieser Zeit dürfen Sie keine Abführmittel nehmen, denn es geht ja darum, den ursprünglichen Problemen des Darms auf den Grund zu gehen. Am Ende dieser Untersuchungszeit wird ein Röntgenbild des Verdauungstraktes gemacht. Darauf kann der Arzt sehen, wo welche Marker hängen geblieben sind – und wo der Transport des Darminhalts möglicherweise gestört ist.

Anorektale Manometrie

Bei der anorektale Manometrie wird u.a. der Druck des Schließmuskels am Enddarm bestimmt. Der Patient liegt dazu auf der Seite. Dann wird eine Sonde mit einem aufblasbaren Ballon in den Enddarm geschoben. Anschließend wird in mehreren Situationen der Druck gemessen, beispielsweise in Ruhe, beim Husten, Anspannen des Schließmuskels oder beim Pressen. Die Untersuchung an sich ist normalerweise nicht schmerzhaft, allerdings empfinden viele Patienten sie als unangenehm.

Beachten Sie: Nicht alle genannten Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Autorin: Anna Brockdorff