Wann ist eine Verstopfung wirklich eine Verstopfung?

Zunächst sollten Sie wissen: Der Darm reagiert auf viele unterschiedliche Einflüsse. Schon eine Reise, eine Umstellung der Ernährung oder auch Stress können dazu führen, dass sich der Stuhlgang verändert. Das kann sich in Durchfall oder Verstopfung zeigen, beides ist möglich. Tatsächlich sind solche Schwankungen aber meistens nicht bedenklich oder gar krankhaft. Es handelt sich eher um eine vorübergehende Störung.

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Bei einer Verstopfung werden verschiedene Formen unterschieden. Wichtig ist vor allem die Einteilung in akute und chronische Verstopfung.

Kriterien für eine chronische Verstopfung

Definitionsgemäß liegt eine chronische Verstopfung vor, wenn zwei der folgenden Kriterien über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten erfüllt sind:

  • weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche

und / oder mindestens bei jeder vierten Stuhlentleerung:

  • starkes Pressen notwendig

  • klumpiger oder harter Stuhl

  • Gefühl der unvollständigen Entleerung

  • Gefühl, der Darmausgang sei blockiert

  • manuelles Nachhelfen (also mit der Hand) beim Stuhlgang nötig

Das bedeutet: Eine Verstopfung kann auch dann vorliegen, wenn die Anzahl der Stuhlgänge zwar im normalen Bereich liegt, der Vorgang der Stuhlentleerung gemäß der oben genannten Kriterien aber erschwert ist.

Kennzeichen einer akuten Verstopfung

Es kann passieren, dass Sie vorübergehend Probleme mit dem Stuhlgang haben, z.B. im Urlaub oder wenn Sie eine fieberhafte Erkrankung haben. Das ist möglicherweise unangenehm, meist aber harmlos. Man spricht hier von einer situativen oder passageren Verstopfung.

Wenn allerdings weitere Symptome wie starke Bauchschmerzen, Erbrechen von Kot oder ein angeschwollener Bauch auftreten, ist Vorsicht geboten. Denn es können ernste, schwerwiegende Ursachen wie ein Darmverschluss dahinter stecken. Diese Art der akuten Verstopfung ist relativ selten, sollte aber so schnell wie möglich von einem Arzt abgeklärt werden.

Autorin: Anna Brockdorff