Sind zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis gut gegen Verstopfung?

Ja, ab einer bestimmten Menge können zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis tatsächlich abführend wirken (und Durchfall verursachen). Allerdings sind sie dennoch keine idealen Abführmittel.

Zuckeraustauschstoffe ziehen Wasser

Zur Erklärung: Bonbons und Kaugummis ohne Zucker schmecken deshalb süß, weil sie u.a. durch Zuckeraustauschstoffe angereichert wurden. Die meisten dieser Stoffe ähneln in ihrer Struktur dem Alkohol, deshalb werden sie auch Zucker-Alkohole genannt. Dazu gehören beispielsweise Sorbit, Xylit und Isomalt.

Enzyme in unserem Körper bringen diese Stoffe ins Blut. Wenn wir allerdings sehr viele zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis zu uns nehmen, sind die Enzyme überfordert. Sie kommen nicht schnell genug hinterher. Die Folge: Die Zuckeraustauschstoffe gelangen in den Dickdarm. Da sie die Eigenschaft haben, Wasser an sich zu binden, wird der Stuhl flüssiger.

Neben Durchfall auch Bauchkrämpfe und Blähungen

Auf entsprechenden Bonbon- und Kaugummi-Packungen gibt es deshalb den Warnhinweis, dass die Produkte bei „übermäßigem Verzehr“ abführend wirken können. Um welche Mengen es sich handelt, hängt von dem jeweiligen Stoff ab. Außerdem kommt es darauf an, wie stark Sie auf die Zuckeraustauschstoffe reagieren, das ist individuell verschieden.

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Ich möchte Ihnen aber zumindest ein Beispiel geben: Ein Streifen Kaugummi enthält etwa 1,25 g Sorbit. Ab einer Menge von 20-30 g Sorbit (in diesem Fall also ab 16 Kaugummis pro Tag) kann es zu Durchfall kommen. Aber nicht nur das. Oft treten bei solchen Mengen auch heftige Magen-Darm-Krämpfe und Blähungen auf. Außerdem sollten Sie bedenken, dass zuckerfreie Kaugummis und Bonbons zwar weniger Kalorien enthalten als Produkte mit Zucker – ganz ohne Kalorien kommen sie aber auch nicht aus.

Fazit: Wenn überhaupt, dann lieber gezielt Abführmittel einsetzen

Zuckerfreie Bonbons und Kaugummis können einer Verstopfung entgegen wirken. Eine besonders elegante Form, den trägen Darm auf Trab zu bringen, sind sie aus meiner Sicht aber nicht. Ich rate Ihnen deshalb: Setzen Sie – wenn nötig – gezielt Abführmittel ein. Hier gibt es Präparate, die wesentlich wirkungsvoller und verträglicher sind als zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis und zudem weniger Kalorien enthalten.

Autorin: Anna Brockdorff

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