Wie wirken Zäpfchen und Einläufe bei Verstopfung?

Zäpfchen und Einläufe wirken nur lokal im Enddarm. Sie eigenen sich also dazu, dort feste Kotballen aufzulösen – nicht aber, um Einfluss auf den gesamten Darm zu nehmen. Sowohl Zäpfchen als auch Einläufe wirken relativ schnell, meist nach 15 bis 60 Minuten (bei vielen anderen Abführmitteln sind es etwa sechs bis zwölf Stunden).

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Kohlendioxid-Zäpfchen in drei Varianten

Es gibt Zäpfchen, die im Enddarm Kohlendioxid freisetzen (z.B. Lecicarbon®). Dieses Gas produziert der Darm auch ganz von allein, insofern unterstützen die Zäpfchen im Grunde den natürlichen Vorgang. Feine Kohlendioxid-Bläschen setzen sich an die Darmwand. Sie bewirken eine Dehnung, dadurch wird ein Reflex ausgelöst, den Darm zu entleeren. Nach Angaben des Herstellers von Lecicarbon® tritt auch kein Gewöhnungseffekt ein, wenn Sie die Zäpfchen häufig und über einen längeren Zeitraum nehmen. CO2-Zäpfchen gibt es in verschiedenen Dosierungen: für Erwachsene (E), Kinder (K) und Säuglinge (S).

Dulcolax®-Zäpfchen nicht für den Dauergebrauch

Dulcolax®-Zäpfchen enthalten den Wirkstoff Bisacodyl. Er bewirkt, dass dem Darm weniger Wasser entzogen wird. Wenn die Zäpfchen dauerhaft und/oder häufig angewendet werden, kann es nach Angaben des Herstellers zu einem Kaliummangel kommen.

Größere und kleinere Einläufe

Bei Einläufen (auch Klistier oder Klysma genannt) wird Flüssigkeit über den Anus in den Enddarm eingebracht. Meist werden Klistiere mit 100 bis 200 ml Inhalt oder Miniklistiere mit 5 bis 10 ml Inhalt verwendet.

Mineralhaltige Mischungen als Einläufe

Phosphathaltige Einläufe (z.B. Freka-Clyss® und 1xklysma salinisch®) sollten Sie höchstens einmal am Tag anwenden – und nicht über einen längeren Zeitraum. Sonst besteht die Gefahr, dass es zu Elektrolytstörungen kommt. Für Schwangere, Stillende und Kinder eignen sich diese Einläufe nicht. Außerdem dürfen Sie diese Mittel nicht nutzen, wenn Sie an einer Nierenstörung, an Hämorrhoiden oder einer entzündlichen Darmerkrankung leiden.

Miniklistiere wie Microlax® sind dagegen auch für Kinder geeignet – dann in einer geringeren Dosis. Die Rektallösung mit Natriumcitrat und Sorbitol führt dazu, dass der Stuhl weicher wird.

Mit Glycerin gleitet der Stuhl besser

Dann gibt es noch Zäpfchen oder Einläufe, die Glycerin enthalten. Dabei handelt es sich um ein Gleitmittel. Der Stuhl wird also u.a. weicher und geschmeidiger. Die Zäpfchen (z.B. Glycilax®) dürfen in der Regel auch Schwangere und Kinder verwenden. Speziell auf Kinder und Säuglinge abgestimmt sind glycerinhaltige Einläufe (z.B. Babylax®).

Autorin: Anna Brockdorff

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