Wie wird der Reizmagen behandelt?

Das hängt entscheidend davon ab, welche Urache für den Reizmagen angenommen wird. Wobei auch die exakte Ursache nicht immer mit Sicherheit ermittelt werden kann. Im Vordergrund der Behandlung stehen Änderungen des Ess-Verhaltens:

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Reizdarm

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  • häufigere kleinere Mahlzeiten
  • langsamer essen (mehr kauen, weniger Luft schlucken)
  • Weglassen aller Nahrungsmittel und Getränke, die erfahrungsgemäß die Beschwerden auslösen oder verstärken
  • weniger rauchen, am besten ganz aufhören
  • Führen eines Tagebuches zum Ess-Verhalten und den Reizmagen-Beschwerden.
    Wenn Sie immer, wenn die Beschwerden auftreten oder besonders ausgepägt sind, genau notieren, was Sie gegessen haben, bekommen Sie meist nach kurzer Zeit selbst einen ganz guten Eindruck, welches Ihre Reizmagen-"Feinde" sind. In dieses Tagebuch sollten Sie auch eintragen, wie oft sie am Tag gegessen haben, wie viele andere Genussmittel Sie zu sich genommen haben (Kaffee, Alkohol, Zigaretten) und ob Sie Stress hatten.
    Wenn Sie dieses Tagebuch konsequent über zwei bis drei Wochen ausfüllen, also auch dann, wenn Sie keine Beschwerden haben, erhalten Sie auch wichtige Hinweise, was Sie an den beschwerdefreien Tagen möglicherweise "richtig" gemacht haben. Viele Reizmagen-Patienten haben mit der dauerhaften Führung eines solchen Tagebuchs ihre Beschwerden fast völlig zum Verschwinden gebracht, weil sie bewusst die Auslöser minimiert haben.
  • Absetzen oder Umstellen der Tabletten, wenn diese als Auslöser vermutet werden (dies sollte aber der Arzt entscheiden!)

Hilfreich sind auch häufig Entspannungsübungen wie z.B. Yoga.

Medikamentöse Behandlung

Helfen diese Änderungen des Lebensstils und Ess-Verhaltens nicht, kommen auch Medikamente in Betracht. Sie sollten aber nicht zu einer Dauertherapie werden. Abhängig von Ihren Beschwerden kommen hier in Betracht:

  • Prokinetika (erhöhen die Magenbeweglichkeit)
  • Anti-Blähungs-Mittel (wenn Luft im Magen bzw. Blähungen im Vordergrund stehen). Gibt es rezeptfrei in der Apotheke.
  • Säureblocker (nur wenn typische Beschwerden wegen zuviel Säure auftreten wie z.B. Sodbrennen)
  • Wird eine bakterielle Besiedlung des Magens als Ursache vermutet, wird vom Arzt eine spezielle Tabletten-Kombination aus Antibiotika und Säurehemmern verschrieben, die über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden mus.

Bei einigen Betroffenen helfen auch psychotherapeutische Maßnahmen. Wenn Ihnen der Arzt das empfehlen sollte, wehren Sie es nicht vorschnell ab. Eine sogenannte Verhaltenstherapie bedeutet nicht im geringsten, dass Sie verrückt sind, kann aber manchmal viel bringen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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