Sodbrennen: Warum treten die Beschwerden vor allem nachts und im Liegen auf?

Sodbrennen tritt klassischerweise nachts und im Liegen auf. Die Ursachen hierfür sind leicht verständlich: Während Sie tagsüber viel stehen und sitzen, bringen Sie Ihren Körper nachts in eine horizontale Position. In aufrechter Position gelangen Speisen und Getränke leicht und fast allein durch die Schwerkraft durch die Speiseröhre in den Magen und von dort aus weiter in das Darmsystem.

Am Übergang zwischen Speiseröhre und Mageneingang befindet sich ein Schließmuskel, der immer nur kurz öffnet, um den Nahrungsbrei passieren zu lassen und verhindert, dass es zu einem Rückfluss in umgekehrter Richtung kommt.

Oberkörper hoch lagern kann oft helfen

Im Liegen hingegen muss die Speiseröhre aktiv „arbeiten“, um Speisen in der Horizontalen weiter in Richtung Magen zu befördern: Die Muskulatur der Speiseröhre zieht sich dabei ringförmig zunächst am oberen Eingang und dann immer weiter magenwärts zusammen, so dass sogenannte peristaltische Wellen entstehen, die den Speisebrei vor sich herschieben. Da die Schwerkraft in liegender Position keinen Einfluss auf diesen Prozess hat, ist der Schließmuskel zwischen Mageneingang und Speiseröhre besonders wichtig, um ein Rückfluss von saurem Mageninhalt zu verhindern.

Wenn Sie häufig unter nächtlichem Sodbrennen leiden, hat dies zumeist mindestens zwei Ursachen: Zum einen produziert Ihr Magen zu viel Säure und zum anderen schließt der untere Speiseröhrenschließmuskel nicht ausreichend. Es ist also nur verständlich, dass ein Rückfluss von Magensäure besonders im Liegen auftritt und zu Sodbrennen führt. Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper kann die Beschwerden deutlich bessern.

Autorin: Lisa Wunsch

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