Hausmittel: Wirkt Natron gegen Sodbrennen?

Natron ist ein altes und beliebtes Hausmittel gegen Sodbrennen. In der Geschichte wird überliefert, dass bereits Ärzte im alten Rom Natron gegen Sodbrennen verabreichten. Heutzutage findet Natron vor allem in der Küche Verwendung, nämlich als Backtriebmittel, und wird angesichts moderner Säurehemmer eher selten als therapeutisches Mittel eingesetzt.

Neutralisiert die Säure, wirkt aber nur kurz

Das Wirkprinzip von Natron bei Sodbrennen ist sehr simpel: Natron besteht chemisch gesehen aus zwei Substanzen: Zum einen aus Natrium, was auch im herkömmlichen Kochsalz enthalten ist, und zum anderen aus Hydrogencarbonat. Dieser zweitgenannte Stoff ist basisch und hat somit die Eigenschaft, den sauren Magensaft zu neutralisieren, der Säure ihre Aggressivität zu nehmen und das Sodbrennen zu lindern.

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Ein entscheidender Nachteil von Natron ist, dass es weder die Säureproduktion im Magen verringern noch einen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindern kann. Es wirkt also lediglich kurzzeitig und nicht nachhaltig.

Kein Backpulver nehmen!

Dennoch können Sie bei nur seltenem Sodbrennen einen Anwendungsversuch mit Natron wagen. Hierbei wird empfohlen, einen bis anderthalb Teelöffel Natron in einem halben Liter Wasser aufzulösen und dieses anschließend langsam zu trinken.

Achten Sie darauf, dass Natron nicht mit Backpulver gleichzusetzen ist. Zwar sind viele Bestandteile identisch, doch besteht ein wichtiger Unterschied: Backpulver besitzt aufschäumende Eigenschaften und führt in Verbindung mit Flüssigkeit zu einer stärkeren Bildung von Kohlensäure, die die Entstehung von Sodbrennen sogar begünstigen kann.

Aber auch Natron selbst ist leider nicht ganz nebenwirkungsfrei: Es kann zu Blähungen, Aufstoßen und Unwohlsein kommen. Außerdem sollten Menschen, die an einem erhöhten Blutdruck leiden und sich salzarm ernähren müssen, kein Natron zu sich nehmen, da dieses viel Natrium enthält und bei längerer Einnahme ebenfalls eine Blutdruckerhöhung verursachen kann.

Autorin: Lisa Wunsch, Medizinstudentin

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