Welche Medikamente können Sodbrennen verursachen?

Es gibt eine ganze Reihe an Medikamenten, die eine Entstehung von Sodbrennen begünstigen können. Am häufigsten sind Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) verantwortlich. Dazu zählen Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), Ibuprofen, Diclofenac und einige weitere.

Auch sogenannte Anticholinergika, die gegen eine überaktive Blase und Inkontinenz verordnet werden, sind häufige Auslöser von Magenproblemen und Sodbrennen. Daneben können auch Herzmedikamente wie Kalzium-Antagonisten (Kalziumkanalblocker) und Nitropräparate zu Sodbrennen führen.

ASS, Ibuprofen und Diclofenac

Spitzenreiter unter den Medikamenten, die Sodbrennen verursachen können, sind aber die oben genannten NSAR, also ASS, Ibuprofen oder Diclofenac. Besonders wenn die Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen und kein Präparat zum Magenschutz dazu verordnet wird, können Komplikationen auftreten.

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Die Schmerzmittel führen zur verminderten Produktion bestimmter Botenstoffe (Prostaglandine), die für die Schmerzentstehung und Schmerzweiterleitung verantwortlich sind. Werden unter dem Einfluss von NSAR weniger Prostaglandine gebildet, lässt der Schmerz also nach. Doch auch im Magen haben Prostaglandine eine wichtige Wirkung: Hier sind sie für den Aufbau der Schleimschicht verantwortlich, die die Magenschleimhaut vor der aggressiven Säure schützt. Fällt diese Schicht weg, greift sich der Magen quasi selbst an. Entzündungsreaktionen, Schmerzen und Sodbrennen können die Folge sein.

Krampflöser, Inkontinenz- und Herzmedikamente

Anticholinergika wie Butylscopalamin, Darifenacin und Solifenacin wirken sich auf die Muskulatur der inneren Organe aus und fördern deren Erschlaffung. Sie werden zu vielen Zwecken eingesetzt, beispielsweise zur Krampflösung oder bei Harninkontinenz. Am Magen führen sie jedoch zu einer Lockerung des Schließmuskels, der sich am Mageneingang befindet und den Magen gegen die Speiseröhre abdichten soll. Dieser Schließmuskel sorgt dafür, dass Magensäure nicht rückwärts in die Speiseröhre aufsteigen kann. Wird der Verschlussmechanismus ausgeschaltet, kann Säure mit der Speiseröhrenschleimhaut in Kontakt kommen und dort Schäden verursachen, die sich in Form von Sodbrennen äußern.

Einen ganz ähnlichen Mechanismus  haben Herzmedikamente aus der Gruppe der Kalzium-Kanal-Blocker sowie aus der Gruppe der Nitrate. Auch Opiate können zu einer Trägheit der Muskulatur der inneren Organe führen und so die Entstehung von Reflux und Sodbrennen begünstigen.

Autorin: Lisa Wunsch, Medizinstudentin

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