Helicobacter pylori und Sodbrennen: Wie hängt das zusammen?

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori kann zu Sodbrennen führen, ist jedoch eher selten der alleinige Grund für die Entstehung des Symptoms. Dennoch sollten Sie eine nachgewiesene Helicobacter-pylori-Infektion, die Beschwerden verursacht, von einem Arzt behandeln lassen.

Dauergast im Magen

Über die Nahrung und durch den Kontakt mit der Umwelt gelangt ständig eine Vielzahl an Keimen in den Magen-Darm-Trakt. In der Regel werden diese durch die Magensäure unschädlich gemacht. Anders ist es bei dem Bakterium Helicobacter pylori, das einen Schutzmechanismus gegen die aggressive Säure entwickelt hat. Das Bakterium produziert einen Stoff (Urease), der die Säure in seiner unmittelbaren Umgebung zu neutralisieren vermag und schafft sich so ein Milieu, in dem es überleben kann.

Unsere 10 wichtigsten Tipps bei Reizdarm

weiterlesen...

Viele Menschen infizieren sich bereits in ihrer Kindheit mit dem Keim, bekommen dennoch keine Beschwerden. Bei anderen treten einige Jahre später Symptome der Infektion auf. Das liegt vor allem an einer Reihe weiterer Substanzen, die neben der Urease von Helicobacter pylori produziert werden. Diese Stoffe führen zu einer direkten und indirekten Schädigung der Magenschleimhaut, die sich in Form einer Entzündung (Gastritis) äußern kann. Typische Beschwerden sind Magenschmerzen, Bauchkrämpfe und Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln.

Eher Gastritis als Sodbrennen

Ein direkter Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Helicobacter pylori und einer Refluxerkrankung (Rückfluss von Magensäure), deren Leitsymptom Sodbrennen ist, besteht dabei nicht. Die refluxähnlichen Beschwerden lassen sich eher auf eine direkte Schädigung der Magenschleimhaut durch das Bakterium zurückführen und sind meist nicht Folge der in die Speiseröhre aufsteigenden Magensäure.

Besteht die Helicobacter-Infektion über einen langen Zeitraum, können im ungünstigsten Fall schwerwiegende Folgeerkrankungen auftreten. Dabei sind an erster Stelle Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarms zu nennen, die zu einem hohen Prozentsatz durch den Keim ausgelöst werden und mit dessen Beseitigung verschwinden. Auch bestimmte bösartige Tumoren des Magens sind direkt mit einer Helicobacter-pylori-Infektion assoziiert und im Anfangsstadium allein durch die Behandlung des Bakteriums heilbar.

Eradikation: medikamentöse Kur gegen Helicobacter

Die Behandlung der Infektion mit Helicobacter pylori erfolgt ambulant. Dabei kommen eine Kombination aus Antibiotika und Protonenpumpenhemmern (Magensäureblocker) zum Einsatz, die über einen Zeitraum von einer Woche eingenommen werden müssen. Die Behandlung, die man medizinisch auch Eradikation nennt, erzielt in der Regel gute Erfolge und muss meist nicht wiederholt werden.

Behandlungsbedürftig ist der Keim jedoch nur, wenn Sie bereits über einen längeren Zeitraum Beschwerden haben oder eventuell schon an einer Folgeerkrankung leiden.

Autorin: Lisa Wunsch, Medizinstudentin