Sind immer zu viel Essen oder Alkohol schuld am Sodbrennen?

Beide Faktoren fördern zwar das Entstehen von Sodbrennen (und sind ein guter Ansatz zur Vorbeugung), bei vielen Betroffenen arbeitet aber zudem auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr optimal.

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Normalerweise sorgt dieser Muskel nach der Nahrungsaufnahme für einen kompletten Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre. Schließt er nicht mehr 100%ig, klafft ein Spalt zwischen Magen und Speiseröhre, was das Hochfließen von Mageninhalt und Magensäure ermöglicht.

Was treibt die Magensäure hoch?

Meist ist ein Überschuss an Magensäure ursächlich an der Entstehung von Sodbrennen beteiligt. Doch ein zu viel an Magensäure alleine reicht nicht aus, um den brennenden Schmerz hinter dem Brustbein zu erklären: Magensäure wird auf bestimmte Reize hin produziert: Nahrungsaufnahme, Magendehnung sowie einzelne Nahrungsbestandteile regen die Produktion des sauren Magensaftes direkt an.

Doch auch der Konsum von Genussmitteln wie Nikotin, Alkohol und Kaffee führt zu einer gesteigerten Säuresektion durch die Zellen des Magens. Den gleiche Effekt haben körpereigene Stoffe, wie das Hormon Cortison, das vor allem bei Stress in hohem Maße ausgeschüttet und aus diesem Grunde auch als „Stresshormon“ bezeichnet wird.

Zu viel Magensäure ist nicht der alleinige Grund

Ein zu viel an Magensäure alleine reicht jedoch noch nicht aus, um das Phänomen Sodbrennen zu erklären. Denn dieses entsteht erst, wenn die aggressive Säure aus dem Magen in die Speiseröhre gelangt und dort zu kleinen, lokalen Entzündungsreaktionen führt, die sich durch die charakteristischen Schmerzen äußern. Ein Rückfluss (Reflux) geschieht vor allem dann, wenn zusätzlich zu der Magensäureüberproduktion der untere Speiseröhrenschließmuskel defekt und der Druck im Bauchraum erhöht ist.

Der Schließmuskel hat die Aufgabe, den Mageneigang gegenüber dem unteren Ende der Speiseröhre abzudichten. Ist er undicht, kann die Magensäure plötzlich rückwärts in Richtung Mund gelangen. Dies passiert vor allem, wenn Übergewicht, Schwangerschaft oder das Tragen zu enger Hosen die Bauchorgane einengen und den Druck auf den Magen von unten erhöhen. Sodbrennen ist also das Resultat mehrerer zusammenwirkender Faktoren und kann allein durch ein zu viel an Magensäure nicht erklärt werden.

Autoren: Lisa Wunsch & Dr. med. Jörg Zorn