Wann macht bei Sodbrennen eine Operation Sinn?

In Ausnahmefällen ist auch eine operative Behandlung von Sodbrennen möglich. Wenn medikamentöse und sonstige Maßnahmen nicht fruchten, kann ein chirurgischer Eingriff am Magen den Rückfluss von Magensäure unterbinden.

Zum Hintergrund: Sodbrennen und die sogenannte Reflux-Erkrankung werden in der Regel mit konservativen Verfahren behandelt. Hierzu zählen zum einen die Veränderung der Lebensweise: vor allem eine gesunde, an das Sodbrennen angepasste Ernährung, ausreichend Bewegung, Rauchstopp, Gewichtsreduktion und der weitgehende Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol oder Kaffee. Zum anderen die Einnahme von Medikamenten, die die Säureproduktion im Magen regulieren. Diese Maßnahmen führen in den meisten Fällen zu einer deutlichen Reduktion der Beschwerden und können sogar in einer vollständigen Beschwerdefreiheit münden.

Zwei gängige OP-Verfahren

Eine Operation kann für Sie sinnvoll sein, wenn die Beschwerden trotz angepasster Lebensweise und optimaler Medikamenteneinstellung nicht verschwinden. Neben der deutlichen Einschränkung der Lebensqualität wegen der ständigen Beschwerden kommt dann nämlich noch hinzu, dass chronische Schäden an der Schleimhaut entstehen können, aus welchen sich in seltenen Fällen bösartige Geschwüre entwickeln.

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Als operative Therapie der Refluxkrankheit werden heutzutage hauptsächlich minimalinvasive Methoden gewählt. Hierzu zählen:

  • die Fundoplikatio nach Nissen sowie
  • die LINX-Operation, bei der eine Silikon-Reflux-Prothese zum Einsatz kommt.

Fundoplikatio: Manschette um die Magenöffnung

Bei der Fundoplikatio nach Nissen werden die oberen Anteile des Magens so um die unteren Speiseröhrenanteile geschlungen, dass der Mündungsbereich der Speiseröhre in den Magen eingeengt wird. Es entsteht eine Art Manschette aus Magengewebe, welche die Speiseröhrenmündung zu 360° umschließt und so einen Rückfluss von Nahrungsbrei und Magensäure in die Speiseröhre verhindert.

Die Fundoplikatio muss in Vollnarkose durchgeführt werden, zählt aber zu den minimal-invasiven Methoden, da sie laparoskopisch durchgeführt wird. Dabei werden nur fünf kleine Schnitte im Oberbauch gesetzt, durch die Operationsinstrumente sowie eine belichtete Kamera in den Bauchraum eingeführt werden. Der Operateur operiert also quasi durch die geschlossene Bauchdenke hindurch und sieht auf einem Bildschirm, wo er sich mit seinen Gerätschaften befindet.

LINX-Operation: Ring um den Mündungsbereich

Bei der alternativ eingesetzten LINX-Operation wird ein Ring aus magnetischem Titan um den Mündungsbereich der Speiseröhre in den Magen gelegt. Auch diese Operation wird wie die Fundoplikatio laparoskopisch durchgeführt. Der Vorteil der LINX-Methode sind eine kürzere Operationsdauer sowie kürzere Liegezeiten im Krankenhaus. Auch die Refluxbeschwerden lassen in der Regel zuverlässiger nach.

Die LINX-Operation darf aber nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden. Eine davon ist, dass an Ihrer Speiseröhre durch den chronischen Reflux noch keine bleibenden Schäden entstanden sind.

Autorin: Lisa Wunsch, Medizinstudentin