Wann und warum sollte man mit Sodbrennen zum Arzt gehen?

Gelegentliches Sodbrennen ist zwar unangenehm, aber prinzipiell harmlos. Wenn aber eine der folgenden Beschwerden hinzukommt, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen und das abklären lassen.

Gründe für einen Arztbesuch

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  • Sodbrennen mehr als einmal pro Woche
  • stärkere Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • (ungeplanter) Gewichtsverlust
  • häufige Übelkeit
  • häufiges Erbrechen (mit Blut)
  • Blutbeimengungen im Stuhl (kann sich auch in schwarz verfärbtem Stuhl äußern)
  • Abgeschlagenheit, Blässe (kann auf Blutverlust durch Blutungen im Magen-Darm-Trakt zurückgehen)

Auf Dauer entsteht Schaden

Zum Hintergrund: Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Anders als der Magen, der sich vor der aggressiven Säure durch eine basische Schleimschicht zu schützen vermag, wird die Schleimhaut der Speiseröhre direkt angegriffen. Nach und nach entstehen hierdurch kleine Entzündungen, die anfangs oberflächlich sind und noch gut abheilen, später aber zu chronischen Wunden werden können, die unter dem ständigen Säureeinfluss nicht mehr richtig ausheilen. Chronisches Sodbrennen ist die Folge, das durch Hausmittel und eine Ernährungsumstellung meist nicht in den Griff zu bekommen ist.

Dauerhaft Sodbrennen: Warum ist der Arztbesuch wichtig?

Mit der sogenannten „Zehnerregel“ kann vereinfachend veranschaulicht werden, was bei chronischem Sodbrennen in der Speiseröhre passiert und warum der Gang zum Arzt so wichtig ist:

  • Bei 10% aller Menschen, die an Sodbrennen leiden, kommt es zu den oben beschriebenen Entzündungen der Schleimhaut. Sie sind vor allem im unteren Drittel der Speiseröhre lokalisiert. In diesem Stadium wird das Beschwerdebild als Reflux-Ösophagitis bezeichnet und geht mit den charakteristischen Beschwerden wie Sodbrennen, Aufstoßen, Verdauungsproblemen und eventuell einem trockenen Husten einher.
  • Bei 10% derer, die an einer Reflux-Ösophagitis leiden, verändern sich irgendwann die chronisch entzündeten Zellen der Speiseröhrenschleimhaut: in Form, Gestalt und Funktion versuchen sie sich der neuen Situation anzupassen und sich so vor dem Säureeinfluss zu schützen. Diese Veränderungen werden mit dem Begriff Barett-Ösophagus beschrieben und gelten als Krebsvorstufe.
  • In 10% der Fälle eines Barett-Ösophagus geht dieser in einen bösartigen Tumor über.

Krebsrisiko gering, dennoch lohnt frühzeitige Behandlung

Insgesamt ist die Entwicklung einer bösartigen Krebserkrankung aus chronischem Sodbrennen aber selten. Dennoch sollte Sodbrennen behandelt werden, da besonders in den Anfangsstadien leichter Entzündung eine medikamentöse Therapie ausreichend ist, um eine vollständige Regeneration der Speiseröhrenschleimhaut herbeizuführen. Je später mit der Behandlung begonnen wird, desto schwerer ist es, die Problematik in den Griff zu bekommen und Folgeschäden zu vermeiden.

Autoren: Lisa Wunsch (Medizinstudentin) & Dr. med. Jörg Zorn