Welche Medikamente gibt es gegen Blähungen?

Das beste Mittel gegen Blähungen ist natürlich, die Ursache zu beheben. Also zum Beispiel ein Verzicht auf blähende Nahrungsmittel oder auch – oft zu wenig beachtet – ein ruhigeres Essen. Wer seine Mahlzeiten genießt und reichlich kaut, schluckt nämlich weniger Luft und schickt über den Speichel mehr Verdauungsenzyme in den Magen. Aber wenn das alles nichts nutzt oder wenn es um rasche Hilfe geht, gibt es natürlich auch eine ganze Reihe an Medikamenten. Die meisten davon sind gut verträglich und völlig unbedenklich.

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Zur Verfügung stehen diverse pflanzliche Wirkstoffe, dann sie sogenannten Entschäumer und – eher etwas für problematischere Fälle – Verdauungsenzyme und krampflösende Mittel.

Pflanzliche Wirkstoffe und Präparate

Die wichtigsten pflanzlichen Wirkstoffe sind:

  • Kümmel
  • Fenchel
  • Anis
  • Kamille
  • Melisse
  • Pfefferminze
  • Koriander
  • Aloe vera (gute Ergebnisse einer Studie bei Reizdarm), mehr dazu hier.

Die pflanzlichen Arzneistoffe werden am besten als Tee zubereitet. Man bekommt in der Apotheke aber auch entsprechende Kapseln.

Weitere Wirkstoffe und Präparate

Die Entschäumer sorgen dafür, dass die kleinen Gasblasen im Darm platzen, sich also auflösen. Hierzu zählen:

  • Dimeticon (z.B. Ceolat®)
  • Simeticon (z.B. Lefax®, Sab simplex®, Elugan®, Espumisan®, Imogas®, in Österreich: Antiflat®, in der Schweiz: Flatulex®, Uluxan®)

Diese Medikamente werden am besten zu den Mahlzeiten eingenommen.

Als Verdauungsenzyme kommen Tabletten mit Pepsin oder Pankreatin in Betracht. Sie sind aber eher etwas für generelle Verdauungsstörungen (z.B. nach Operationen am Magen oder Darm), weniger für leichte Blähungen. Krampflösende Medikamente sind meist verschreibungspflichtig und haben im Falle von Blähungen etwas von "Kanonen auf Spatzen".

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Carminativa
1 Freitag, den 14. Juli 2017 um 13:04 Uhr
D H
Mich würde interessieren, ob die entblähende Wirkung der pflanzlichen Carminativa auf dem gleichen Prinzip beruht wie bei Di(Si) meticon.
Ist es auch bei Vorliegen eines Leaky Gut Syndroms gesichert, dass Entschäumer die Darmwand nicht passieren können?