Wann ist die Darmsanierung eher nichts für mich?

Grundsätzlich ist eine Darmsanierung sehr wohltuend für den Organismus. Aber nicht für jeden ist sie uneingeschränkt geeignet.

Risikogruppen

Mit einer Darmreinigung und -sanierung tun Sie nicht nur etwas für Ihre Verdauung, sondern für den ganzen Körper. Es ist ein bisschen wie ein Frühjahrsputz: Altes, Verbrauchtes, Schmutziges wird hinausgeworfen oder gereinigt. So entsteht Platz für Neues, Frisches, in diesem Fall für viele neue Mitbewohner in Form von Darmbakterien.

Allerdings gibt es Situationen, in denen der Organismus damit überfordert ist. Das gilt beispielsweise für Menschen mit einem extrem geschwächten Immunsystem, mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie für Schwangere – wobei es auch hier wichtig ist, jeden Fall einzeln zu betrachten und keine pauschalen Verbote auszusprechen.

Darmbarriere eventuell nicht mehr intakt

Im Hinblick auf ein brachliegendes Immunsystem sprechen wir nicht von einer leichten Erkältung und Angeschlagenheit. Vielmehr geht es um Menschen, deren körpereigenes Abwehrsystem gezielt heruntergefahren wird, beispielsweise durch Immunsuppressiva. Ähnlich sieht es bei denjenigen aus, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden – jedenfalls im akuten Schub.

Bei diesen Betroffenen kann es sein, dass der Darm seine natürliche Schutzfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann; dass er also etwa Bakterien hindurchlässt, die dann in den Kreislauf gelangen. Hintergrund ist, dass die Darmbarriere möglicherweise eingeschränkt ist. Dadurch besteht eine gewisse Gefahr, dass durch die Gabe von Bakterien eine Infektion im ganzen Körper entsteht – Fachleute nennen das eine systemische Infektion.

Bei schweren Erkrankungen Arzt um Rat fragen

Abgesehen davon ist eine Darmreinigung und -sanierung zwar effektiv und förderlich, zugleich bedeutet sie für den Körper aber auch Arbeit (denken Sie daran, wie anstrengend auch ein Frühjahrsputz sein kann). Wer also stark geschwächt ist oder generell an einer schweren Erkrankung leidet, sollte sich überlegen, ob es der richtige Zeitpunkt für eine Darmkur ist – oder zumindest Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker halten.

Keine Darmkur für Schwangere, Stillende und Kinder

Schwangere und Stillende sind zwar nicht im eigentlichen Sinne geschwächt, allerdings werden die Ressourcen sehr vom Nachwuchs beansprucht. Deswegen wird hier üblicherweise von einer Darmreinigung und -sanierung abgeraten.

Zudem ist es möglich, dass Ablagerungen und Giftstoffe bei einer Reinigung nicht umgehend ausgeschieden werden, sondern über die Plazenta in den Körper der Ungeborenen geraten. Das sollte natürlich nicht geschehen und ist ein weiterer Grund, warum Schwangere von einer solchen Darmkur die Finger lassen sollten.

Bei einigen Produkten weisen die Hersteller darauf hin, dass Kinder und Jugendliche das Präparat nicht nehmen sollten. Häufig liegt das einfach daran, dass es für diese "besondere" Altersgruppe keine entsprechenden Studien gibt.

Autorin: Anna Brockdorff