Sodbrennen: Risiko für Speiseröhrenkrebs

Wenn vom Magen Flüssigkeit in die Speiseröhre steigt, dann ergibt das brennende Schmerzen. Rund 7% der Deutschen leiden unter diesem Phänomen: Sodbrennen. Wenn sich dieser Prozess ständig wiederholt, dann lauert Gefahr: Es kann Speiseröhrenkrebs entstehen.

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Die austretende Mangesäure ist nämlich äußerst agressiv. Sie verätzt die Schleimhäute der Speiseröhre. Kommt das sehr häufig vor, dann verändern sich die Schleimhäute: Die dort angesiedelten Zellen nehmen eine andere Form an. Diese Veränderung lässt sich feststellen und wird von Ärzten als Barrett-Ösophagus bezeichnet. Bisher war die gängige Meinung der Mediziner, dass Menschen mit  Barrett-Ösophagus nur dann an Krebs erkranken, wenn sich in der Schleimhaut zusätzlich bestimmte Zellen (Becherzellen) gebildet haben.

Neue Ansätze, die Krebsgefahr früher zu erkennen

Inzwischen wurde aber nachgewiesen, dass Speiseröhrenkrebs auch ohne diese Zellen entstehen kann. Denn finden sich im Erbgut der Zellen schon früh Abweichungen, dann lässt sich allein daraus auf die Krebserkrankung schließen. Für Betroffene bedeutet das eine frühe und schonendere Behandlung. Statt einer großen Operation können die betroffenen Bereiche der Speiseröhre nun im Rahmen einer Magenspiegelung abgetrennt oder mit thermischer oder photochemischer Energie zerstört werden.

Allerdings: Dabei müssten alle Patienten mit Barrett-Ösophagus vorsorglich behandelt werden. Selbst wenn sie gar nicht an Krebs erkranken. Noch genauer sollen deshalb zukünftig die Patienten bestimmt werden, die unbedingt eine Therapie benötigen. Die Auswahl soll ein Test liefern, der die genetischen Veränderungen, die eindeutig auf eine Krebserkrankung hinweisen, erkennt.

WANC 15.09.2011
Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften