Magengeschwür und Gastritis: Neue Vierer-Kombination gegen den Magenkeim

Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) entstehen häufig durch ein Bakterium. Sein Name ist Helicobacter pylori. Diesem Magenkeim versuchte man bisher, mit einer Dreier-Kombination an Medikamenten zu Leibe zu rücken. Doch gegen die darin enthaltenen Antibiotika gibt es immer häufiger Resistenzen. Deshalb wurde nun eine neue Vierer-Kombination getestet.

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Resistenzen nehmen zu

Die Erkenntnis, dass häufig ein Bakterium hinter den Magenproblemen steckt, ist noch gar nicht so alt. Aber sie hat die Behandlung von Magengeschwür und Gastritis revolutioniert. Einfach den Keim Helicobacter pylori austreiben, und alles ist gut. Da es damit auch viel Geld zu verdienen gab, waren flugs diverse Medikamenten-Cocktails im Handel, meist bestehend aus zwei Antibiotika (Clarithromycin, Amoxicillin) und einem Säureblocker.

Doch wie wir jetzt erfahren, wirken die gar nicht mehr so gut. Der Grund: Bei immer mehr Betroffenen sind die Magenkeime resistent. Vor allem gegen das Antbiotikum Clarithromycin. Und warum? Weil Clarithromycin auch so häufig bei anderen Infektionen eingesetzt wird, vor allem bei Atemwegsinfekten. Viele Helicobacter-Stämme haben sich offenbar an Attacken durch Clarithromycin gewöhnt und sind unempfindlich gegen das Bakterium geworden.

Bessere Ergebnisse mit Vierer-Kombination inklusive Wismut

Und wie lautet die Antwort der medizinischen Forschung? Richtig: Quadrupel-Therapie. Hinter diesem Zungenbrecher stecken zwei neue Antibiotika (Metronidazol und Tetrazyklin), ein Säureblocker (Omeprazol, es gäbe aber auch noch viele andere) und Wismutsalz.

Diese Vierer-Kombination wurde jetzt in der Universitätsklinik Magdeburg getestet. Bei 440 Patienten mit Magenschleimhautentzündung und Helicobacter-Nachweis kam es unter der Behandlung in 80% der Fälle zu einer kompletten Vertreibung des Keims, wie Prof. Malfertheiner berichtete. Unter der alten Dreier-Kombination waren es nur 55%.

Damit ist die Quadrupel-Therapie laut Malfertheiner ein Kandidat für die Standardtherapie, zumindest wenn in der betreffenden Region gehäuft Resistenzen vorkommen.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis auch diese Antibiotika resistente Keime züchten.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 02.03.11
Quelle: The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)60020-2