Wie kann ich verhindern, dass eine Entzündung der Schulter zur Arthrose wird?

Eine Schulterentzündung (Omarthritis) ist sehr schmerzhaft. Besonders, wenn die Schulter bewegt und dabei belastet wird.

Ob eine bakteriell bedingte Entzündung oder durch Überlastung der Schulter die Ursache ist, schnelle Hilfe ist notwendig um eine Arthrose zu vermeiden. Bei plötzlichen Schmerzen und Bewegungseinschränkung lassen Sie die Beschwerden abklären. Liegt ein entzündlicher Prozess vor, ist es schwierig, für eine Behandlung das richtige Mittelmaß zu finden, denn:

  • Eine Schulterentzündung muss ruhig gehalten werden, um den Heilungsprozess zu beschleunigen,
  • und gleichzeitig darf ein Schultergelenk nicht lange in Ruhigstellung bleiben, um nicht zu versteifen. Denn das begünstigt eine Arthrose.

Was ist zu tun?

Bei einer Entzündung der Schulter sind entzündungshemmende Medikamente notwendig. Um die ärztliche Therapie zu unterstützen, kühlen Sie das Schultergelenk mit Eis. Kälte hilft den Schmerz einer Entzündung zu lindern.

Bei Eis ist Vorsicht geboten:

Eine Eispackung darf niemals direkt auf die Haut gelegt werden, das kann zu Verbrennungen führen. Ein dünnes Tuch um die Eispackung gewickelt ist ausreichend. Die Packung bleibt im akuten Zustand maximal fünf Minuten auf der Schulter liegen. Wird das gut vertragen, kann langsam auf 10 Minuten ausgedehnt werden. Treten Schmerzen auf, entfernen Sie sofort die Eispackung. Anschließend decken Sie die Schulter für 30 Minuten warm ab und schonen das Gelenk.

Eine angenehme Variante ist eine Eisabreibung bei Arthrose

Eisabreibung

Legen Sie um die Schulter ein großes Handtuch. In Ihrer Hand halten Sie ein kleines Gästetuch. Nehmen Sie mehrere Eiswürfel in einen kleinen Beutel (Waschhandschuh) und tupfen und reiben Sie fünf Minuten auf und um das schmerzende Gelenk. Zwischendurch trocken tupfen. Nach Beendigung wickeln Sie für 30 Minuten das große Handtuch um die Schulter.

Eiswürfel sollten nicht länger als fünf Minuten benutzt werden, um einen wirkungsvollen Effekt zu erzielen. Ein kurzer kalter Reiz fördert stark die Durchblutung. Wird das Eis länger benutzt, erwärmt sich das Gelenk und das Gegenteil wird erreicht.

Lehmpackung

Eine sehr interessante Erfahrung machen Sie mit einer Lehmpackung. Das ist mit etwas Arbeit verbunden, aber es hilft schnell bei Entzündungen. Mit Lehm oder Heilerde ziehen die Entzündung aus dem Gelenk. Sie bemerken sofort nach der Anwendung ein schmerzfreies Gelenk und bessere Beweglichkeit.

Nehmen zwei Hände voll Lehm oder Heilerde und Rühren alles Sie mit kaltem zu einem Brei. Legen Sie sich ein Gummituch auf eine Unterlage (wegen der Feuchtigkeit) und darüber ein großes Handtuch. Wenn Sie dabei liegen möchten.

Streichen Sie den Lehm-Brei auf ein altes Geschirrtuch und legen das Lehmtuch auf die Schulter. Mit einem großen Handtuch abdecken. Durch die entstehende Körperwärme wird der Lehm hart und zieht gleichzeitig die Entzündung aus dem Gelenk. Wenn der Lehm oder die Heilerde hart geworden ist, können Sie alles leicht entfernen. Anschließend mit kaltem Wasser abwaschen und die Schulter einpacken und warmhalten.

Übung:

Um eine Versteifung der Schulter zu vermeiden und damit eine mögliche Arthrose, müssen Sie den Arm mit Vorsicht bewegen.

  • Bewegen Sie mehrmals täglich Ihr Schultergelenk und vermeiden Sie eine Überlastung. Lassen Sie den Arm hängen und pendeln Sie im schmerzfreien Bereich mit sehr kleinen Bewegungen, locker und gleichmäßig. Schmerzen dürfen dabei nicht auftreten.
  • Treten nach dem Haben Pendeln Beschweren auf, deutet das auf

Überlastungsschmerzen hin. Reduzieren Sie das Pendeln und das Bewegungsausmaß. Anschließend legen Sie eine Eispackung an.

  • Seien Sie nicht ehrgeizig und üben Sie nicht zu viel. Das Bewegungsausmaß erhöht sich von dem Pendeln alleine. Später können Sie noch andere Bewegungen mit einbezogen werden.
  • Weitere Möglichkeiten zum Einreiben:

Bewährte Hausmittel und frei verkäuflich in der Apotheke sind Arnika und Rotöl zum Einreiben. Das Rotöl, aus Johanniskraut gewonnen, können Sie selber auch herstellen.

Herstellung

Frisches Johanniskraut mit Olivenöl übergießen und sechs Wochen in der Fensterbank stehen lassen. Abgießen und fertig zum Gebrauch. Das Öl hilft bei allen Gelenkerkrankungen. Der Inhaltsstoff Hyperforin wirkt entzündungshemmend und die enthaltenen Gerbstoffe wirken schmerzlindernd.

Johanniskraut erhöht die Lichtempfindlichkeit.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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