Muss eine Schulter-Arthrose operiert werden?

Ist eine Schulterarthrose (Omarthrose) diagnostiziert, werden für eine Behandlung zuerst konservative Maßnahmen ergriffen.

Ziel ist es, die eingeschränkte Beweglichkeit wieder herzustellen, die Muskulatur aufzubauen und Schmerzfreiheit zu erreichen. Die ersten Maßnahmen sind entzündungshemmende Medikamente, physikalischen Anwendungen und Krankengymnastik.

Krankengymnastischen Bewegungen und weitere Anwendungen sollen bewirken, dass Knorpelmasse im Schultergelenk wieder ausreichend durchblutet und mit Nährstoffen versorgt wird. Das erzeugt Gelenkflüssigkeit für ein verbessertes Gleiten im Gelenk.

Sind den konservativen Maßnahmen Grenzen gesetzt und weitere Faktoren für die Schulterarthrose verantwortlich, ist eine Operation in Erwägung zu ziehen. Die meisten Schulteroperation werden arthroskopisch durchgeführt. Die sogenannte Schlüsselloch Methode.

Situationen, in denen eine Operation in Betracht kommt:

  • Sind durch länger anhaltende Durchblutungsstörungen am Schultergelenk eine Gewebeschädigung (Osteonekrose) eingetreten, ist eine Operation in Erwägung zu ziehen.
  • Ist die Ursache der Schulterarthrose durch Verklebungen der Rotatorenmanschette entstanden, werden operativ die Verklebungen gelöst.
  • Ist der Gelenkknorpel zerstört, wird der Knorpel geglättet. Bei einer gleichzeitigen Entzündung wird das entzündliche Gewebe mit entfernt.
  • Eine Schulterarthrose kann auch durch Verkalkung entstehen. War eine Stoßwellentherapie nicht erfolgreich, werden die Verkalkungen entfernt und der Knorpel geglättet.
  • Ständig wieder kehrende Luxation (Auskugeln) kann eine Arthrose auslösen. Eine Operation stabilisiert das Schultergelenk.
  • Durch knöcherne Auswüchse im Gelenk (Osteophyten) kann eine Schulterarthrose entstehen. Der Oberarmkopf und die Gelenkpfanne sind eingeengt und reiben schmerzhaft aufeinander. Sind konservative Mittel nicht möglich, werden die Osteophyten operativ entfernt.

Die meisten Operationen an der Schulter werden nach Frakturen der Schulter oder des Oberarms durchgeführt. Wobei zu sagen ist, dass auch hier seltener operiert wird. In sehr schweren Fällen wird eine Teilprothese (Hemiprothese) vorgezogen, anstatt einer Schultervollprothese (Endoprothese).

Typische Gründe für eine Schulter-Operation:

  • Schwere Brüche oder Verletzungen des Oberarmkopfes (Humerusfraktur) oder Schulterpfanne (Glenoidfraktur)
  • Schwere Durchblutungsstörungen des Oberarmkopfes (Humeruskopfnekrose)
  • Rheumatische Erkrankungen (chronische Polyarthritis)
  • Bei ausgeprägten Gelenkinfektionen durch Bakterien

Eine Schulteroperation ist oft der letzte Ausweg, um wieder beschwerdefrei an Lebensqualität zu gewinnen.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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