Schulter-Arm-Syndrom: Was ist das?

Ein Schulter-Arm-Syndrom gibt es streng betrachtet gar nicht. Es ist eine Art Verlegenheitsdiagnose: Wir wissen, wo etwas schmerzt, die genaue Ursache ist jedoch nicht bekannt. Da Verspannungen und degenerative Veränderungen in diesem Bereich auf sehr vielfältige und oft kaum sichtbare Weise entstehen können, ist diese Unklarheit auch gar nicht so ungewöhnlich. Ein Schulter-Arm-Syndrom bedeutet also, dass im Bereich der Schulter etwas nicht in Ordnung ist und der Arzt noch nicht sagen kann, woher genau die Probleme rühren.

Typische Beschwerden bei Schulter-Arm-Syndrom

Von einem Schulter-Arm-Syndrom wird in der Regel gesprochen, wenn die Beschwerden im Bereich der Schulter, der Halswirbelsäule, des Arms und der oberen Brustwirbel auftreten Die Schulterschmerzen strahlen dabei selten weiter als bis zum Ellbogen aus.

Alles beginnt mit einer verspannten Schulter. Es können vielfältige Beschwerden auftreten. Die Hauptauslöser sind von Person zu Person unterschiedlich. Bei Berufen, in denen hauptsächlich über Kopf gearbeitet wird, fangen die Probleme an anderer Stelle an als bei beruflichen Tätigkeiten, in denen der Kopf gesenkt bleibt.

Massagen und Krankengymnastik helfen nur für kurze Zeit, wenn die Ursache nicht behoben wird. Bei einem Schulter-Arm-Syndrom muss also immer die Ursache geklärt werden, die beseitigt werden muss. Sonst ist eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich. Und spätestens dann ist es kein Schulter-Arm-Syndrom mehr, weil dann die genaue Ursache bekannt ist.

Schulterschmerzen müssen nicht von der Schulter kommen

Bedenken Sie bitte auch, dass die Ursache nicht immer da zu finden ist, wo sich die Schmerzen bemerkbar machen. Haben Sie Beschwerden oberhalb des Schulterblattes, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ursache in der Halswirbelsäule zu finden ist. Also kein sogenanntes Schulter-Arm-Problem. Bei Problemen der Halswirbel schleichen sich schnell Verschleißerkrankungen ein. Degenerative Veränderungen sind die Folge. Auftretende Schmerzen und die daraus resultierende Schonhaltung machen alles noch schlimmer. Im weiteren Verlauf können Symptome wie Taubheitsgefühl oder ein unangenehmes Kribbeln in den Fingern auftreten.

Autoren: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin & Dr. med. Jörg Zorn

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