Kalkschulter: Was kann ich im Alltag dagegen tun?

Im akuten Zustand ist eine Entlastung für die Kalkschulter angebracht. Denn mit jeder Bewegung entsteht erneut eine Reizung, was eine Beschwerdefreiheit unmöglich macht.

Zur Entlastung im Alltag machen Sie Folgendes:

Bei großen Schmerzen entlasten Sie Ihre Schulter und legen den Arm in eine Armschlinge. Aber Vorsicht: Nur im akuten Zustand darf der Arm und die Schulter für kurze Zeit komplett ruhiggestellt werden. Bei zu langer Schonhaltung schrumpft die Gelenkkapsel und führt sehr schnell zu einer Schultersteife.

Was können Sie noch tun?

  • Während der akuten schmerzhaften Phase vermeiden Sie alle Arbeiten, die Schmerzen auslösen.
  • Hilfreich sind kühlende Salben und Eispackungen.
  • Um die Haut nicht zu schädigen, dürfen Eispackungen niemals direkt auf die Haut gelegt werden. Umwickeln Sie die Eispackung mit dünnem Stoff und legen Sie die Packung maximal 10 Minuten auf die Schulter. Treten Schmerzen auf, sofort entfernen! Nach jeder Eisanwendung muss die betroffene Stelle warm abgedeckt werden.

Übungen nach Abklingen der akuten Schmerzen

Nach Abklingen der akuten Schmerzen sind Übungen mit hängendem Arm angebracht. Wenn bei den Übungen Schmerzen auftreten, hören Sie auf. Wahrscheinlich sind Sie noch zu verkrampft und lassen den Arm nicht entspannt fallen.

Nun geht‘s los!

  • Nehmen Sie in jede Hand eine kleine Hantel oder ein handliches, minimales Gewicht. Damit pendeln Sie aus der Schulter heraus mit gestrecktem Arm.
  • Wenn das gut funktioniert, versuchen Sie mit kleinen Kreisen, im schmerzfreien Bereich, den Arm aus der Schulter heraus zu bewegen.
  • Diese einfachen Bewegungen sollten Sie mehrmals täglich durchführen, um die Beweglichkeit zu erhalten und einer Schultersteife vorzubeugen.

Das müssen Sie wissen!

Bei jeder Armbewegung bewegt sich auch das Schulterblatt – in Form eines reibungslosen Gleitens über die darunter liegenden Muskeln. Daher ist es wichtig, bei einer Kalkschulter das Schulterblatt zu bewegen, um die Geschmeidigkeit zu erhalten. Werden die Arme oder das Schulterblatt nicht bewegt, verliert die Gleitbewegung Ihre Geschmeidigkeit und verklebt.

Diese Übungen für das Schulterblatt sind auch bei Schmerzen möglich:

  • Stehen Sie gerade und lassen Ihre Arme hängen. Ziehen Sie beide Schultern, soweit es möglich ist, in Richtung Ohr.
  • Bewegen Sie die Schultern nach hinten und dann fallen lassen.
  • Stehen Sie gerade und lassen Sie Ihre Arme hängen. Ziehen Sie beide Schulterblätter im Rücken zusammen. Und wieder locker lassen.
  • Stehen Sie gerade und lassen Sie Ihre Arme hängen. Schulterkreisen nach hinten, nach vorne und jede Schulter im Wechsel.

Im Liegen:

  • Legen Sie sich flach auf den Boden. Unter den Kopf bis zum Nacken ein kleines Kissen.
  • Die Arme liegen entspannt neben Ihren Körper auf dem Boden.
  • Nun bewegen Sie langsam beide Arme ausgestreckt, vom Körper weg, soweit das schmerzfrei möglich ist. Schmerzen oder Unbehagen sollen nicht auftreten.
  • In dieser Position bleiben Sie eine Minute liegen und bewegen die Arme auf dem Boden wieder zurück.
  • Langsam und gleitend ausführen.

Üben Sie nicht zu viel. Üben Sie mehrmals am Tag für einige Minuten zwischendurch. Das hilft besser, als eine Stunde hintereinander.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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