Impingement-Syndrom: Welche Krankengymnastik ist hilfreich?

Bei einem Impingement-Syndrom ist eine frühe Behandlung für eine erfolgreiche Therapie wichtig. Je eher Sie beginnen, je besser sind die Erfolgsaussichten. Sonst kann Weg bis zur vollständigen Ausheilung sehr lang werden.

Bei einem Impingement-Syndrom bekommen Sie vom Arzt Krankengymnastik verordnet, die Sie in Anspruch nehmen sollten. Verklebungen in der Rotationsmanschette können Sie nicht selber lösen. Und das ist die absolute Voraussetzung, um ein reibungsloses Gleiten beim Impingement-Syndrom zu gewährleisten.

Die Krankengymnastik ist bei einem Impingement-Syndrom sehr komplex und muss immer individuell gestaltet werden.

Zuerst werden die Verklebungen der Rotatorenmanschette gelöst, bevor mit den eigentlichen Übungen begonnen wird. Dazu gibt es verschieden manuelle Behandlungstechniken.

So wird grundsätzlich bei der Krankengymnastik angefangen:

  • Lösen der Verklebungen
  • Passive Übungen (isometrisch)
  • Passiv/aktiv
  • Aktiv zur Muskelkräftigung

Die Übungen werden bei jeder Behandlung individuell angepasst.

Es wird erwartet, dass der Patient sich aktiv beteiligt, sonst besteht wenig Aussicht auf Erfolg. Einige Vorschläge zu den Übungen

Zuerst die Dehnübungen

Übung 1

Zur Dehnung der Schultern:

Abbildung 1: Dehnung der Schulter

 

  • Stehen Sie gerade mit entspannten Knien, die Füße etwa hüftbreit nebeneinander und spannen Sie Bauch und Gesäß etwas an.
  • Hinter Ihrem Rücken umfassen Sie mit der rechten Hand das linke Handgelenk.
  • Schieben Sie die rechte Hand so tief zur linken, bis Sie oberhalb von Daumen und kleinem Finger die Knochen fühlen.
  • Ziehen Sie nun mit der linken Hand in Richtung Boden.
  • Zählen Sie bis 10 und wechseln Sie die Seite.

Übung 2

Abbildung 2: Dehnung der Schulter

 

  • Legen Sie Ihren Arm gegen eine Wand oder Schrankkante in der Weise ,wie oben auf dem Bild gezeigt.
  • Ihre Hüfte berührt die Wand
  • Wichtig ist, dass Sie ganz gerade stehen.
  • Mit dem Bein, das an der Wand steht, gehen Sie einen kleinen Schritt vor, als wollten Sie weitergehen.
  • Achten Sie darauf, kein Hohlkreuz zu machen!
  • Zählen Sie bis 10 und wechseln Sie die Seite, eine Dehnung am Brustmuskel sollte zu spüren sein.

Übung 3

Abbildung 3: Dehnung der Schulter

 

  • Setzen Sie sich aufrecht und stützen Ihre Hände hinter sich auf einen Stuhl.
  • Schieben Sie Ihre Brustwirbelsäule nach vorne. Der Körper wird dabei gestreckt.
  • Aufpassen! Vermeiden Sie ein Hohlkreuz.

Bei dieser Übung ist ein Handtuch sehr gut geeignet. Sie können selber den Schwergrad bestimmen, indem Sie die Hände außen am Handtuch greifen oder mehr zu Mitte. Zur Mitte ist schwieriger.

Beweglichkeit und Kräftigung der Schulter: Übung 4

Abbildung 4: Mit einem Handtuch geht alles leichter

 

Bei dieser Übung ist ein Handtuch sehr gut geeignet. Sie können selber den schwergrad bestimmen, indem Sie die Hände außen am Handtuch greifen oder mehr zu Mitte. Das ist schwieriger.

  • Sitzen Sie gerade und nehmen mit einem Handtuch oder Stab die auf der Abbildung gezeigte Position ein.
  • Strecken Sie Ihre Arme nach oben und langsam absenken bis auf Nackenhöhe. Nur so wie Sie können.
  • Die Ellenbogen nehmen Sie beim Absenken so weit wie möglich nach hinten.
  • Führen Sie die Übung langsam und gleitend aus.

Übung 5: Beweglichkeit für die Schulter

Abbildung 5: Eine gerade Haltung ist hier wichtig

 

Hierbei ist es wichtig , möglichst weit ausholend nach hinten zu kreisen.

  • Schulterkreisen: Sitzen Sie gerade und legen die Hände auf die Schultern wie auf der Abbildung zu sehen
  • Kreisen Sie in dieser Position mit den Schultern nach hinten
  • Achtung: Beim Schulterkreisen führen Sie die Ellenbogen vorne zusammen und am Rücken ziehen Sie die Schulterblätter zueinander.

Führen Sie die Übung langsam und gleichmäßig durch

Übung 6:

  • Stehen Sie aufrecht und legen Ihre Hände übereinander auf den Magen.
  • Atmen Sie gleichmäßig.
  • Ziehen Sie die angewinkelten Ellenbogen unter leichter Spannung zur Wirbelsäule.
  • Ihre Schulterblätter nähern sich an.
  • Zählen Sie bis zehn und gleiten mit angewinkelten Ellenbogen in die Ausgangsposition zurück.

Übung 7:

Hier ist wichtig, ohne Anspannung in einer geraden Haltung zu sitzen.

  • Sitzen Sie gerade. Strecken Sie die Arme und Handfläche nach vorne aus, als wollten Sie einen Gegenstand wegdrücken.
  • Dabei langsam im Wechsel die Schultern nach vorne herausschieben.

Fazit:

Welche Krankengymnastik bei einem Impingement-Syndrom hilfreich ist, wird während der Behandlung entschieden. Eine Einheitsbehandlung gibt es nicht. Die hier vorgestellten Übungen sind ein sehr kleiner Teil der Möglichkeiten.

Autorin: Marianne Valki-Wollrabe, Physiotherapeutin

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