Kann es unter der Behandlung mit Opioiden (Morphin etc.) zu Atemnot kommen?

Eine Beeinträchtigung der Atmung gehört zu den gefährlichsten Nebenwirkungen der Opioid-Behandlung. Bei ordnungsgemäßer Dosierung und guter Überwachung gerade zu Beginn der Behandlung kommt es dazu aber so gut wie nie.

Ein Alarmsignal für die Betroffenen ist, wenn sie auffällig schläfrig werden: Damit kündigt sich eine schwere Schmerzmittel-bedingte Atemnot oft an.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (3)
Atemstillstand nach Morphin Gabe
3 Freitag, den 27. September 2019 um 02:35 Uhr
Dieter
Meine Mutter ließ ich auf Anraten ihres Hausarztes am 09.08.2019 ins Krankenhaus bringen. Nach meiner Schilderung, dass meine Mutter in der Nacht immer sehr unruhig ist, nach mir gerufen hat und die Bettdecke zur Seite schob, so als wäre ihr zu warm. 9 Tage zuvor war sie wegen Nasenbluten schon zwei Tage in einer HNO Klinik. Im Krankenhaus wurde nun eine schwere Lungenentzündung diagnostiziert. Das Röntgenbild sowie ein erhöhter Leukozytenwert stützen dies auch.
Meine Mutter bekam bereits den Donnerstagabend vor ihrer Einlieferung schlecht Luft. Da ich aber nicht verstehen konnte was sie mir sagen wollte, nämlich "ich ersticke" oder ähnlich, ahnte ich schon Tage vorher nicht, dass sie sich eine Lungenentzündung eingefangen hat. Wahrscheinlich auch wegen ihrer blutenden Nase. Am Freitag ist meine Mutter nach den Untersuchungen sehr erschöpft gewesen. Abends sagte man mir, dass sie um 18 Uhr kreideblass im Bett gelegen hätte und man ihr ein Diuretikum gespritzt hätte, damit die Flüssigkeitsansammlung auf ihrer Lunge schneller ausgeschieden würde.
Ob man meiner Mutter da bereits Morphin gegeben hatte, weiß ich nicht. Man sagte nur, dass man ihr intravenös ein Antibiotikum verabreichen würde, und die nächsten Stunden zeigen müssten, ob es anschlägt.
Am Samstag ging es meiner Mutter meiner Auffassung nach schlechter und reagierte auch nicht mehr auf das, was ich ihr sagte, so wie noch am Freitag. Da konnte ich meiner Mutter noch etwas zum Essen geben und sie aß es auch auf. Wenngleich sehr geschwächt. Am Samstag ging das nicht mehr, und meine Mutter kam mir vor, als wäre sie weggedämmert. Ihre Atmung war nach meiner Beobachtung zwar flach aber nicht laut von Geräuschen begleitet, wie z.B. Rasselatmung.
Als meine Mutter sich umzudrehen versuchte hatte sie wohl Schmerzen, da sie immer Aua sagte und sich nicht umdrehen konnte. Die Nachtschwester meinte, als ich zuerst noch nach Hause ging um etwas zu essen, dass sie meiner Mutter etwas gegen die Schmerzen geben würde. Als ich ca. 23:30h zurückkehrte lag meine Mutter auf den Rücken. Die Schwester sagte mir, sie hätte meiner Mutter etwas gegeben, damit sie leichter atmen könne. Ich wusste damit nichts anzufangen. Was hätte das sein können, wovon man leichter atmen kann? Aber ich fragte auch nicht nach, da ich wegen meiner Mutter eh sehr beunruhigt gewesen bin.
Ich setzte mich zu ihr ans Bett. Meine Mutter atmete schwer, flach und ich konnte laute Geräusche vernehmen. Kein Rasseln, eher ein dumpfes Pfeifgeräusch.
Als die Nachtschwester - etwa gegen 01:00h - kurz rein kam, ist die Atmung meiner Mutter etwas leiser geworden. Aber das änderte sich dann wieder. Und um 02:00h hörte meine Mutter dann plötzlich auf zu atmen. Ich lauschte einen Augenblick, und meine Mutter atmete erneut 2 Mal ein und aus - und dann stoppte ihre Atmung ganz.
Ich rüttelte meine Mutter leicht, bekam aber keine Reaktion mehr von ihr. Ich bin sofort zur Nachtschwester hin, die dann kam um den Puls meiner Mutter zu ertasten. Sie sagte nur, dass auch kein Puls mehr da und meine Mutter tot sei.
Im Nachhinein habe ich von dem Stationsarzt nebenläufig erfahren, dass man meiner Mutter auch Morphin gegeben hat. Keine Ahnung ab wann, wie oft und in welcher Dosis?
Ich hatte gleich den Verdacht, nachdem die Nachtschwester sagte: "...etwas gegeben, damit sie leichter atmen kann...", dass das womöglich zu der Atemdepression bei meiner Mutter geführt haben kann. Ich habe zudem gelesen, dass man KEIN Morphin geben darf, wenn die Atmung ohnehin schon flach ist! Und das ist sie bei meiner Mutter gewesen. Wieso dann Morphin geben, wenn das Risiko eines Atemstillstands erhöht ist? Und dann, ohne meine Mutter unter Aufsicht zu stellen und nur mich allein im Zimmer mit ihr belassen. Mir kam es so vor, als hätte man den Tod meiner Mutter billigend in Kauf genommen. Der Arzt kam auch erst eine gute halbe Stunde später, um nur noch den Tod meiner Mutter festzustellen.
Ich finde eine solche Vorgehensweise ziemlich merkwürdig. Meine Mutter hatte zwar auch eine schwergradige Aortenklappenstenose und leichte bis mittelgradige Insuffizienz, aber ist die Vorgehensweise dann so, wie ich es hier in etwa beschrieben habe?
Meine Mutter ist am Donnerstagabend, als sie noch mit mir in der Wohnung war, voll ansprechbar und in keinem Dämmerzustand gewesen. Ebenso die ganze Nacht hindurch nicht, wo sie nur erneut unruhig gewesen ist und wohl Atemnot gehabt haben muss. Auch am Morgen, als man sie abgeholte, ist sie noch voll ansprechbar gewesen. Bei der Eingangsuntersuchung stand, dass meine Mutter sowohl örtlich, als auch zur Person orientiert sei. Das änderte sich dann aber kurz nachdem man sie untersucht hat, und sie auf der Station lag. Dann stand da plötzlich etwas zu orientiert, aber nicht zur Zeit. Und dass meine Mutter dann plötzlich, nachdem ich bis Nachmittags noch bei ihr gewesen bin kurz darauf einen Anfall bekommt und kreideblass mit Atemnot im Bett gelegen haben muss, spricht für mich nach einer Art Schock, auch ausgelöst durch Morphin?
Ich habe den Hausarzt gebeten, Labor und Behandlungsunterlagen anzufordern.
Mutter nach Morphiumgabe verstorben
2 Freitag, den 26. Januar 2018 um 18:59 Uhr
Bloch
Meine Mutter war nach einer schweren Lungenentzündung und mehrmaligem Koma auf dem Wege der Besserung. Nach einer Harnwegsinfektion - der Katheter war seit 3 Wochen gelegt - hatte sie Fieber, Schmerzen und Atemnot. Von der Nachtschwester bekam sie 5 mg Mophium s.c. Eine 3/4 Std. später war sie tot. Für uns völlig unvorhersehbar. Die Obduktion ergab als Todesursache eine Sepsis. Kann die Morphiumgabe dazu geführt haben? Warum hat man keinen Sauerstoff gegeben oder einen Arzt gerufen?
Exitus letalis nach Morphingabe
1 Sonntag, den 16. April 2017 um 21:24 Uhr
Christiane Blazy, Ärztin
Mein zwar hochbetagter Vater - 95 Jahre-, der trotz Kardiomyopathie, Herzrhythmusstörungen und HSM noch sehr fit war, litt seit Anfang Januar unter einer Dyspnoe und Verminderung der Belastungsfähigkeit. Dazu kam ein Hb- Abfall auf 11,6 % bei liegendem suprapubischem DK und Marcumarisierung. Zwecks Diagnostik, veranlasste ich die Verlegung ins Krankenhaus mit dem Vermerk - schriftlich und mündlich - KEIN Morphin! Er hatte 1 Jahr zuvor auf eine Morphingabe völlig apathisch bis hin zur Somnolenz reagiert!! Trotzdem wurde ihm am 16.02. Morphin wegen Unruhe s.c. verabreicht und wenige Stunden später wurde ich angerufen, weil er im Sterben lag. Nach dem Morphium hatte man ihm auch noch wegen der Atempausen 1/2 Ampullen Atosil i.v. verabreicht- alles ohne mich darüber zu informieren, geschweige denn, ihn zu fragen!
Anzeigen