Stimmt es, dass Endorphine auch gegen Schmerzen wirken?

Endorphine werden ja auch "Glückshormone" genannt, da sie im Körper für die positiven Gefühle verantwortlich sind. Oder anders ausgedrückt: In Glücksmomenten schüttet der Körper Endorphine aus. Sie sind sozusagen der Stoff, über den sich positive Gefühle "körperlich" manifestieren.

Darüber hinaus sind Endorphine tatsächlich auch so etwas wie innere Schmerzmedikamente. Hohe Endorphin-Spiegel bedeuten ein geringeres Schmerzempfinden.

Weniger Schmerz bei Gefahr

Das hat seinen biologischen Sinn: Normalerweise soll der Schmerz einem ja zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist (auch wenn man darauf meistens gern verzichten würde). In bestimmten Situationen aber, z.B. in Gefahr oder mitten in einer körperlichen Aktivität, ist Schmerz eher hinderlich. Hier werden dann Endorphine ausgeschüttet und bewirken ähnlich wie Adrenalin, dass das Schmerzempfinden herabgesetzt wird (evolutionsbiologisch: um der Gefahr ungehindert entfliehen zu können).

Auch die oft beschriebenen euphorischen Gefühle während eines Marathonlaufes gehen auf eine hohe Endorphin-Ausscchüttung zurück (hohe körperliche Aktivität, der Lauf "muss" zu Ende gebracht werden).

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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