Zu viel Schmerzen im Krankenhaus

Eine aktuelle Umfrage bringt es an den Tag: In deutschen Krankenhäusern leiden zu viele Patiehten unter Schmerzen. Nach Einschätzung vieler Experten ist insbesondere die medikamentöse Schmerzlinderung längst nicht immer optimal.

Die Umfrage fand in 25 Kliniken statt. Das Ergebnis: Über 30% der befragten Patienten klagten über Schmerzen in Ruhe, rund 50% über Schmerzen bei Belastung. Auch wenn im Krankenhaus natürlich per se die Wahrscheinlichkeit für Schmerzen höher ist: Nach Ansicht von Prof. Dr. Wolfgang Koppert von der Medizinischen Hochschule Hannover sind viele der beschriebenen Schmerzzustände unnötig und durch eine adäquate Schmerztherapie vermeidbar.

Koppert sieht das Problem auch darin, dass hierzulande keine gesetzlichen Vorgaben existieren, wie eine Schmerztherapie auszusehen hat. Insbesondere stärkere Schmerzmittel werden immer noch von vielen Ärzten und Pflegekräften zu zurückhaltend eingesetzt. Das sei aber oftmals die falsche Entscheidung. Denn ungenügend behandelte Schmerzen können chronisch werden. Koppert fordert eine Art Schmerztherapie-Verordnung, ähnlich der ja schon existierenden Hygiene-Verordnung.


WANC 10.05.2011
Quelle: 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)/Deutscher Anästhesiecongress DAC 2011

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