Was bringt bei einer verengten Halsschlagader der Einbau eines Stents?

Bei einer verengten Halsschlagader geht es im Endeffekt immer darum, einen Schlaganfall zu verhindern. Denn ein kompletter Verschluss der verengten Arterie könnte genau das verursachen. Allerdings sind die Erfolgsraten der operativen Eingriffe entweder mäßig dokumentiert oder überschaubar – und das gilt auch für den Einbau eines Stents.

Wird eine verengte Halsschlagader (medizinisch: Karotis-Stenose) auf konventionelle Weise operiert, dann reduziert sich dadurch das Schlaganfall-Risiko um rund 5%. Das ist nicht gerade imposant. Wenn man dann noch das Risiko hinzurechnet, dass es durch den Eingriff zu Komplikationen kommt, ist der positive Effekt minimal. Nach Ansicht der meisten Experten sollte solch ein Eingriff deshalb – wenn überhaupt – nur in Krankenhäusern vorgenommen werden, die eine sehr niedrige Komplikationsrate (< 3%) bei dieser Operation nachweisen können. Sonst birgt der Eingriff mehr Gefahren als dass er Nutzen stiftet.

Stent-Einbau auch nicht ohne Komplikationen

Bei dem Einbau eines Stents, also einer Art Röhrchen, das das Gefäß fortan offen hält, sieht das nicht besser aus. Wobei für diesen Eingriff auch noch verhältnismäßig spärliche Daten vorliegen. Demnach aber ist auch bei der – Achtung, es folgt die medizinisch korrekte Bezeichnung – stent-gestützten Ballon-Angioplastie von einer Komplikationsrate von mindestens 3% auszugehen – eher höher. Und da eine derartige Komplikation auch ein Schlaganfall sein kann, ist eine Risikoreduktion von 5% dann fast nichts mehr wert.

Fazit: Vorsicht! Wenn überhaupt, dann nur in einer ausgewiesen guten Klinik für diese Eingriffe. Und holen Sie sich dazu unbedingt eine Zweitmeinung von einem anderen Spezialisten in Ihrer Region.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Schlaganfall-Gesellschaft

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