Schlaganfall durch eine Karotisstenose: Was dann?

Ist ein Schlaganfall als Folge einer Verengung der Halsschlagader (Karotisstenose) entstanden, hat das Auswirkungen auf das therapeutische Vorgehen danach. Eine rein medikamentöse Behandlung zur Verhütung eines weiteren Schlaganfalls greift dann zu kurz. In der Regel muss auch die ursächliche Verengung der Karotis (medizinischer Fachbegriff für die Halsschlagader) durch einen operativen Eingriff beseitigt werden.

Ob das wirklich passiert und in welcher Form man den Eingriff plant, hängt vor allem vom Ausmaß der Gefäßverengung ab. Um so ausgeprägter die Verengung (Stenose), um so größer der Effekt. Als Faustregel gilt, dass bei einem Stenosegrad über 70% (weniger als 30% des ursprünglichen Gefäßvolumens) operiert werden sollte. Dadurch senkt man das Risiko gegenüber einer rein medikamentösen Therapie um über 10%. Bei geringgradigeren Verengungen ist der Nutzen geringer, mitunter fraglich.

Operation oder Gefäßweitung von innen

Empfehlenswert ist außerdem, dass der Eingriff möglichst schnell nach dem Schlaganfall erfolgt. Denn in den ersten Wochen nach dem Ereignis ist die Gefahr eines erneuten Gefäßverschlusses am höchsten. Allerdings hängt die Durchführbarkeit natürlich auch vom gesundheitlichen Zustand des Betroffenen ab.

Prinzipiell kommen zwei Verfahren zur Gefäßsanierung in Betracht. Bei der sogenannten Endarteriektomie wird die Halsschlagader von außen frei gelegt und dann die Engstelle operativ beseitigt. Das ist das klassische Verfahren. Bei der sogenannten Angioplastie führt man im Schlüsselbeinbereich einen feinen Schlauch in die Arterie ein und schiebt ihn bis zur Engstelle vor. Dort wird dann die Halsschlagader von innen aufgeweitet und mit einem Stent (einer Art Drahtgitter-Gerüst) gestützt. Das Stent-Verfahren ist in erster Instanz etwas weniger belastend, hat aber eine etwas höhere Rückfallquote (Restenosierung).

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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