Wann muss man nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt Clopidogrel einnehmen?

Clopidogrel (Plavix®, Iscover®) ist ein Gerinnungshemmer. Und nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt werden fast immer Gerinnungshemmer verschrieben, um die Gefahr eines erneuten Gefäßverschlusses zu minimieren. Erste Wahl ist normalerweise Acetylsalicylsäure, also ASS oder Aspirin® (in geringerer Dosierung als bei Kopfschmerztabletten). Clopidogrel ist eine Alternative, wenn Acetylsalicylsäure nicht vertragen wird oder nicht ausreichend wirkt.

Enger Verwandter von ASS

Wie auch ASS verringert Clopidogrel die Gerinnungsneigung des Blutes, indem es die Thrombozyten, also die Blutplättchen hemmt. Sie werden über eine komplexe Enzymblockade am Zusammenklumpen gehindert. Unterm Strich führt das zu "dünnerem Blut", das weniger schnell gerinnt.

Sowohl Clopidogrel als auch ASS senken nachweislich die Gefahr, dass es erneut zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt kommt. Clopidogrel ist möglicherweise etwas stärker wirksam, bezogen auf die Sterblichkeit an diesen Ereignissen sind die beiden Blutverdünner aber offenbar ebenbürtig.

Im Gegensatz zu Acetylsalicylsäure ist Clopidogrel aber deutlich teurer und kam erst später auf den Markt, so dass die Langzeiterfahrungen etwas geringer sind. Deshalb vor allem gelten ASS oder Aspirin® nach wie vor als erste Wahl, wenn es um Schlaganfall- und Herzinfarkt-Vorbeugung geht.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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