Wie hoch darf mein INR-Wert nach einem Schlaganfall sein?

Der INR-Wert ist ein Maß für die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Nach einem Schlaganfall ist der INR-Wert von Bedeutung, wenn die Ursache ein Blutgerinnsel war, das in eine Hirnschlagader gespült wurde. Dann muss das Blut unbedingt verdünnt werden, damit das nicht wieder passiert. Der INR sollte dann  therapeutisch auf einen Wert zwischen 2,0-3,0 eingestellt werden.

Der INR-Wert ist vor allem dann ein Thema, wenn die Ursache des Schlaganfalls im Herzen liegt. Vor allem bei Vorhofflimmern, einer recht häufigen Herzrhythmusstörung, können sich aufgrund des unrunden Blutflusses im Herzen leicht kleine Blutgerinnsel bilden. Werden die irgendwann rausgespült und gelangen in die Halsschlagader, schwimmen sie solange im Blutstrom mit, bis sie steckenbleiben. Passiert das in einem der Hauptversorgungsäste des Hirns, kommt es zum Schlaganfall.

INR-Wert vor allem bei Vorhofflimmern ein Thema

Deshalb gilt Vorhofflimmern als ein erheblicher Risikofaktor für einen Schlaganfall. Und deshalb  muss, wenn man davon weiß, unbedingt das Blut verdünnt werden, um Gerinnsel-Bildungen zu verhindern. Dafür müssen meist Medikamente wie Marcumar® gespritzt werden. Das gilt aber nicht nur vor einem Schlaganfall, das gilt auch danach. Denn solange das Vorhofflimmern weiter besteht (eine direkte Heilung der Herzrhythmusstörung gelingt längst nicht immer), kann es jederzeit erneut zu einem Schlaganfall kommen.

Der INR liegt normalerweise übrigens bei etwa 1,0.  Um so höher er ist, um so dünner ist das Blut. Den INR-Wert (International Normalized Ratio) mathematisch zu erklären, ersparen wir uns hier. Er ist eine Art Erweiterung des Quick-Wertes, eines anderen gängigen Gerinnungs-Parameters. Die exakte Formel ist aber kompliziert und hilft einem unterm Strich auch nicht weiter.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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