Nach einem Schlaganfall: Welche Blutdrucksenker bieten den besten Schutz vor einem zweiten Schlaganfall?

Einen eindeutig "Klassenbesten" gibt es nicht. Entscheidend ist auch weniger, welche Blutdruckmittel Sie einnehmen, sondern dass Sie überhaupt eines einnehmen. Meistens müssen zur Behandlung erhöhter Blutdruckwerte sowieso mehrere Substanzen kombiniert werden, so dass die Bedeutung der einzelnen Wirkstoffe nachrangig ist. Letztlich entscheidend ist, dass der Blutdruck sich mit dem oberen Wert zwischen 120 und 140 mmHg befindet.

Nutzen selbst dann, wenn gar kein Bluthochdruck vorliegt

Zum Hintergrund: Eine medikamentöse Behandlung zu hoher Blutdruckwerte gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einem Schlaganfall. Das gilt auch dann, wenn man schon einen Schlaganfall hatte und ein zweiter Schlaganfall verhindert werden soll. Es gilt sogar dann, wenn man überhaupt keinen Bluthochdruck hat. Das klingt grotesk, ist aber nachgewiesen. Personen, die einen Schlaganfall überstanden haben und bei denen danach normale Blutdruckwerte gemessen werden, erleiden seltener einen zweiten, wenn sie trotzdem Blutdrucksenker schlucken.

Warum das so ist, darüber wird unter Experten noch gerätselt. Wahrscheinlich deshalb, weil mit einer medikamentösen Blutdrucksenkung auch zwischenzeitliche Blutdruckspitzen abgefangen werden, die man bei einer Routine-Messung gar nicht erfasst. Aber daran wird deutlich, welche Gefahr der erhöhte Druck in den Blutgefäßen heraufbeschwört und wie wichtig es ist, dagegen vorzugehen.

Blutdrucksenker mit guten Daten

Was die einzelnen Blutdruckmittel angeht, gibt es wie gesagt keinen eindeutigen Favoriten. Es gibt nur Wirkstoffe, zu denen hier schon besonders viele positive Studienergebnisse vorliegen. Dazu zählen unter anderem:

  • Perindopril in Kombination mit Indapamid (z.B. BiPreterax®)
  • Eprosartan (z.B. Teveten®)
  • Ramipril (z.B. Delix®, Vesdil®)

Betablocker scheinen im Vergleich mit anderen Blutdrucksenkern einen etwas geringeren Schutz vor Schlaganfall zu bieten.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft

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