Wie lange muss man nach einem Schlaganfall die Blutverdünner-Tabletten (z.B. ASS) einnehmen?

Wenn möglich, ein Leben lang. Zumindest, soweit von den primär empfohlenen Medikamenten aus der Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer die Rede ist (Acetylsalicylsäure, also ASS oder Aspirin®, mitunter auch Clopidogrel oder Kombinationen mit anderen Wirkstoffen).

Das mag auf den ersten Blick frustrierend klingen, aber es geht ja darum, die Neigung zur Blutgefäßverstopfung auf Dauer zu unterdrücken. Zwar sind dafür auch andere Dinge des täglichen Lebens wichtig, insbesondere gesunde Ernährung und viel Bewegung. Aber einen verlässlicheren Schutz erreicht man nur mit den zusätzlich eingenommenen Medikamenten.

Ein Gegenargument sind natürlich mögliche Nebenwirkungen. Die eingesetzten Wirkstoffe sind zwar in der empfohlenen, recht niedrigen Dosierung in der Regel gut verträglich (im Falle von ASS muss meist vorsorglich zusätzlich ein Magenschutz-Präparat eingenommen werden). Aber das weiß man nur über die ersten paar Jahre. Über einen längeren Zeitraum liegen dazu kaum Studienergebnisse vor. Und natürlich gibt es auch Fälle, in denen die Medikamente schon früher Nebenwirkungen verursachen. Dann aber ist ein Wechsel auf ein anderes Präparat, und nicht etwa ein Behandlungsstopp die richtige Entscheidung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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