Schlaganfall-Vorbeugung: Ist so viel ASS oder Aspirin nicht schädlich?

Nein. Zumindest nicht im gleichen Maße, wie das für denselben Wirkstoff in Schmerzmitteln gilt. Und das hängt mit der Dosis zusammen.

Zum Hintergrund: Wenn die Gefahr für einen Schlaganfall reduziert werden soll, wird oft zur Blutverdünnung ASS bzw. Aspirin® verschrieben. Das gilt insbesondere dann, wenn schon ein Schlaganfall überstanden wurde und dieser durch einen Gefäßverschluss verursacht wurde. Denn der Wirkstoff Acetylsalicylsäure, um den es hier geht, kann die Gerinnungsneigung des Blutes verringern. Und somit weiteren Gefäßverschlüssen vorbeugen.

ASS nicht gleich ASS

Nun ist ja Acetylsalicylsäure (ASS bzw. Aspirin®) recht gut bekannt als Schmerzmedikament, insbesondere gegen Kopfschmerzen. Und da wird einem immer gesagt, man solle nicht so viele nehmen, weil das auf den Magen schlägt. Das stimmt auch, bei zu hohen Mengen an Acetylsalicylsäure oder zu häufiger Einnahme von solchen Schmerzmitteln kann es zu Schädigungen der Magenschleimhaut, bis hin zu blutigen Geschwüren kommen.

Allerdings nimmt man gegen Kopfschmerzen & Co auch viel höhere Dosen. Oft 500 mg, was etwa dem Fünffachen einer ASS-Tablette gegen Schlaganfall oder Herzinfarkt entspricht. Und bei diesen geringeren Dosierungen ist das Risiko für den Magen deutlich geringer. Um es noch weiter zu reduzieren, werden oft parallel Säurehemmer für den Magen verschrieben, sogenannte Protonenpumpenhemmer (Pantoprazol oder verwandte Substanzen).

Fazit

Die Gefahr für den Magen ist in diesem Fall nicht so hoch, jedenfalls nicht vergleichbar mit der Gefahr für Kopf und Herz, wenn man solche Blutverdünner nicht einnimmt. Bei Unverträglichkeiten gibt es übrigens auch alternative Substanzen, die magenverträglicher sind (dafür aber andere Nebenwirkungen haben können).

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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