Ist eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden nach einem Schlaganfall gefährlich?

Ja. Denn die Einnahme von Hormonen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden erhöht die Gefahr für einen Schlaganfall. Zumindest deuten das die bisher vorliegenden Studien dazu an. Das gilt auch und sogar besonders für Frauen, die bereits einen Schlaganfall überstanden haben.

Und nicht nur das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, nimmt zu. Auch die Auswirkungen sind tendenziell schlimmer. So zeigte eine Studie aus dem Jahre 2001 (Viscoli et al.), dass Frauen mit Schlaganfall, die zuvor Hormon-Präparate eingenommen hatten, auch schwerere Behinderungen davontrugen und insgesamt eine ungünstigere Prognose hatten.

Bei Durchblutungsstörungen lieber auf Hormone verzichten

Ganz ähnliche Beobachtungen gibt es übrigens auch im Hinblick auf das Herzinfarkt-Risiko. Deshalb raten die meisten Ärzte heute dazu, bei vorbestehenden Durchblutungsstörungen wie Arteriosklerose oder Thromboseneigung auf die Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren zu verzichten. Das gilt natürlich um so mehr, wenn bereits ein Schlaganfall oder Herzinfarkt aufgetreten ist.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Mehr zum Thema "Risiken der Hormontherapie" lesen Sie hier.

Anzeigen