Können Vitamin-Präparate das Risiko für einen zweiten Schlaganfall senken?

Das wird immer mal wieder propagiert, aber es ist falsch. Zumindest konnte in Studien kein derartiger Zusammenhang nachgewiesen werden. Konkret geht es dabei immer wieder um die Vitamine B6, B12 und Folsäure. Und um Homocystein.

Keine Schlaganfallgefahr durch hohe Homocystein-Blutwerte

Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, dem nachgesagt wird, dem Körper und vor allem den Blutgefäßen zu schaden, wenn sich zu viel davon im Körper ansammelt. Der Blutspiegel an Homocystein kann nun wiederum durch eine hohe Zufuhr der Vitamine B6, B12 und Folsäure gesenkt werden. Das war für einige Hersteller dieser Vitaminpillen der Anlass, mit großem Nachdruck (diverse Publikationen und Presseveranstaltungen) darauf hinzuweisen, wie gefährlich Homocystein ist und dass man fast zwingend Vitamin-Präparate schlucken muss, um sich vor diesem Stoffwechselprodukt zu schützen.

Alles Unsinn. Pure Geldmacherei.

Und nun zum Schlaganfall. Eine Behandlung mit oben genannten Vitaminen nach einem Schlaganfall führte in Studien tatsächlich zu einem niedrigeren Homocystein-Spiegel im Blut. Sie führte aber nicht zu einem geringeren Risiko für einen zweiten Schlaganfall. Das Ganze war also nur Laborkosmetik.

Das bedeutet übrigens nicht, dass Sie nun Vitamine meiden sollten. Essen Sie viel Obst und Gemüse, das ist in jedem Fall gesund.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn, Januar 2013

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