Schlaganfall beim Bruder oder bei der Schwester: Das eigene Risiko steigt deutlich

Die Macht der Vererbung scheint auch vor dem Schlaganfall keinen Halt zu machen. Geschwister, deren Bruder oder Schwester einen Schlaganfall erlitten, sind selbst stark gefährdet, ebenfalls einen Schlaganfall zu bekommen. Es kann aber auch am ähnlichen Lebensstil liegen.

In einer Studie verglichen die Wissenschaftler die Krankheitsgeschichten von über 30.000 Menschen, deren Geschwister einen Schlaganfall erlitten hatten, mit den Daten von rund 15.000 Erwachsenen, deren Geschwistern das nicht widerfahren war. Dabei stellte sich heraus, dass bei einem Vorfall bei einem Geschwisterteil das eigene Risiko um 61% stieg.

Es müssen nicht die Gene sein

Allerdings gab es Unterschiede in Abhängigkeit vom Grad der familiären Bindung: War der Schlaganfallpatient ein Vollgeschwister, lag die Risikoerhöhung bei 64%, handelte es sich um eine Halbschwester oder einen Halbbruder, stieg das Risiko um 41%. Trat der Schlaganfall bei einem Geschwister vor dem 55. Lebensjahr auf, dann betrug die Risikozunahme für Bruder oder Schwester sogar 94%.

Neben dem genetischen Risiko könnte allerdings noch ein zweiter Faktor zu dieser Situation beitragen: der Lebensstil. Denn innerhalb einer Familie sind die Lebensgewohnheiten oft sehr ähnlich. Und wenn Bruder und Schwester beide rauchen, sich zu wenig bewegen und zu fett essen, dann haben sie auch deshalb ein ähnlich hohes Schlaganfall-Risiko.

WANC 25.04.2012
Quelle: Circgenetics.111.962241, doi: 10.1161

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