Schlaganfall: Warum so wichtig ist, wann er stattfand

Schlaganfälle treten oft auf, wenn man sie nicht erwartet. Bei 20% der Betroffenen ist das im Schlaf der Fall. Bei denen war es bisher fast unmöglich, genau zu ermitteln, wann das Ereignis stattgefunden hat. Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) haben nun ein neues Verfahren entwickelt, das eine zeitliche Zuordnung des Vorfalls zulässt.

Blutgerinnsel-Auflösung funktioniert nur in den ersten vier Stunden

Der Zeitpunkt spielt bei der Behandlung eine große Rolle. Denn eine Thrombolyse, bei der das Blutgerinnsel aufgelöst und die Durchblutungsstörung bestimmter Bereiche des Gehirns behoben werden soll, darf nur innerhalb von 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall erfolgen. Danach ist sie wirkungslos und möglicherweise gefährlich, weil sie Hirnblutungen auslösen kann.

Mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT) können die Ärzte nun aber den Vorfall zeitlich ziemlich genau eingrenzen. Dabei kann auf Grund bestimmter Muster das Alter des Hirninfarktes mit einer Genauigkeit von 87% festgelegt werden. Das bedeutet aber auch, dass die betroffenen Patienten nun mittels der “Lyse” behandelt werden können. Damit steigen die Chancen, dass Teile des Gehirns gerettet werden können.


WANC 05.10.2011
Quelle: The Lancet Neurology

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