Schlaganfall: Schon bei Verdacht sofort Notarzt rufen

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Um so schneller man in der Klinik landet, um so besser die Prognose. Deshalb ist es so wichtig, einen Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen. Aber genau daran hapert es oft.

Da sich nicht jeder Schlaganfall sofort wie ein Notfall äußert, zögern Betroffene und Angehörige den Anruf beim Rettungsdienst oft noch hinaus, wie Prof. Stefan Isenmann vom Universitätsklinikum Jena berichtet. Oder es wird erst versucht, den Hausarzt anzurufen, was unnötige Zeit kostet.

Typische Frühzeichen eines Schlaganfalls

Bei folgenden Symptomen sollten Sie unbedingt an einen Schlaganfall denken und sofort handeln:

  • vorübergehende Sehstörungen auf einem Auge
  • Doppelbilder
  • Lähmungen (meist einseitig)
  • Gefühlsstörungen (meist auch nur auf einer Körperhälfte)
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen

All diese Symptome können erste Hinweise auf einen Schlaganfall bzw. einen herannahenden Schlaganfall sein. Um so schneller dann der Rettungsdienst verständigt wird und der oder die Betroffene in der Klinik eintrifft, um so größer die Chancen auf einen milden Verlauf. Das charakteristische Bild eines Schlaganfall-Patienten mit schiefem Gesicht und im Rollstuhl könnte in den meisten Fällen allein dadurch vehindert werden, dass die Behandlung rasch einsetzt.

2 Millionen Nervenzellen pro Minute

Warum es beim Schlaganfall vor allem auch um zügiges Handeln geht, machen folgende Zahlen deutlich: Nach dem akuten Verschluss eines Blutgefäßes (der häufigsten Ursache eines Schlaganfalls) gehen in dem betroffenen Gehirnabschnitt pro Minute 2 Millionen Nervenzellen zugrunde. Im Durchschnitt sind bis zum Einsetzen der Behandlung (Auflösung der Gefäßverengung) rund 1,2 Milliarden Nervenzellen gestorben. Das Gehirn hat insgesamt etwa 22 Milliarden Nervenzellen, 5% davon sind nach einem Schlaganfall  also durchschnittlich verloren.

Wenn man das andersherum betrachtet, heißt das: Mit jeder Minute, die die Behandlung früher beginnt, werden 2 Millionen der Gehirnzellen gerettet.

Noch besser als Früherkennung: Vorbeugung

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, helfen übrigens folgende Empfehlungen:

  • nicht rauchen
  • Übergewicht abbauen
  • Alkohol nur in Maßen
  • Bluthochdruck konsequent behandeln
  • erhöhte Cholesterinwerte konsequent behandeln
  • wenn ein Diabetes vorliegt, dann die Blutzuckerwerte gut einstellen


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 15.02.06

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