Schlaganfall-Risiko mit Test vorhersagen

Ein Schlaganfall kündigt sich oft an. Eine einseitige Lähmung oder eine Sprachstörung, die nur wenige Minuten dauert, kann ein Vorbote eines nahenden Schlaganfalls sein. Um so wichtiger, diese sogenannte TIA zu erkennen und sofort zum Arzt zu gehen. Darauf haben jetzt einmal mehr Experten hingewiesen.

Das Problem: Die TIA ist in der Bevölkerung praktisch unbekannt. Nach Ergebnissen einer Umfrage haben nur 10% jemals von diesem Schlaganfall-Vorboten gehört.

TIA steht für transitorische ischämische Attacke. Das ist typisch-unverständlicher Mediziner-Jargon und bedeutet auf deutsch: vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Symptome sind wie die eines Mini-Schlaganfalls: kurze Zeit anhaltende Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen sind typisch. Manchmal auch nur eine vorübergehende Benommenheit mit Schwindel oder auch Sensibilitätsstörungen.

Nach der TIA hilft ein Test

Britische Wissenschaftler der Universität Oxford haben jetzt für Ärzte eine Art Test entwickelt, mit dem sich nach einer TIA vorhersagen lässt, wie groß das Risiko eines nahenden Schlaganfalls ist. Dabei werden für bestimmte Symptome Punkte vergeben. Mit 5 bis 6 Punkten liegt das Risiko, binnen einer Woche einen richtigen Schlaganfall zu erleiden, bei rund 30%.

In Kurzform sieht der Test so aus:

  • Alter über 60 Jahre: 1 Punkt
  • Blutdruck über 140/90 mmHg: 1 Punkt
  • während der TIA halbseitige Muskelschwäche oder ähnlich ausgeprägte Lähmungserscheinungen: bis zu 2 Punkte
  • nur Sprachstörungen ohne Lähmungen während der TIA: 1 Punkt
  • Beschwerden dauerten 10-60 Minuten: 1 Punkt
  • Beschwerden dauerten länger als eine Stunde: 2 Punkte

Wichtig allerdings: Auch bei weniger Punkten muss eine TIA unbedingt ernst genommen werden. Denn sie bleibt ein Vorbote des Schlaganfalls. Und ein Schlaganfall kann tödlich enden.

WANC/zo 21.07.05

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