Hirnblutung: Neue Heilungs-Chance durch Gerinnungsfaktor

Etwa 15% aller Schlaganfälle gehen auf eine Hirnblutung zurück. Die Prognose ist dann noch schlechter als bei einem Schlaganfall durch Gefäßverschluss. Viele Betroffene sterben, und von den Überlebenden haben nur 20% keine bleibenden Behinderungen. Doch nun scheint ein Fortschritt in Sicht.

In einer großen Studie wurde die Gabe eines Gerinnungseiweißes erprobt. Dieser sogenannte Faktor-VII wird vom Körper selbst produziert, wenn das Blut gerinnt. Für die Akut-Behandlung der Hirnblutung wurde aber ein gentechnisch hergestelltes Faktor-VII-Präparat eingesetzt. Der gleiche Wirkstoff wird auch Patienten mit der "Bluterkrankheit" verabreicht. In der Studie erhielten 400 Schlaganfall-Patienten entweder den Gerinnungsfaktor oder ein Plazebo.

Weniger Todesfälle, weniger Behinderungen

Das Ergebnis der internationalen Studie ist beeindruckend: Unter der Behandlung mit dem Faktor-VII-Präparat kam es zu deutlich weniger Todesfällen und auch zu wesentlich weniger Behinderungen, wie Dr. Thorsten Steiner von der Universitätsklinik Heidelberg berichtete.

Nun muss das Gerinnungs-Medikament in weiteren Studien getestet werden, damit es zugelassen werden kann, so Steiner. Es wirkt allerdings nur im akuten Stadium kurz nach der Hirnblutung, also unmittelbar nach dem Eintreffen im Krankenhaus.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn 07.03.05

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