Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Die ersten drei Stunden nach einem Schlaganfall sind entscheidend. Wenn innerhalb dieser Frist eine therapeutische Auflösung des Blutgerinnsels im Gehirn begonnen wird, bestehen gute Chancen, dass die Folgewirkungen stark gemildert oder sogar ganz verhindert werden.

Eine solche Thrombolyse macht natürlich nur Sinn, wenn der Schlaganfall durch eine Verstopfung der Blutgefäße im oder auf dem Wege zum Gehirn verursacht wurde (ischämischer Schlaganfall). Aber das ist in den meisten Fällen so.

Symptome missgedeutet

– zu lange abgewartet

Das Problem: Oft dauert es länger als drei Stunden, bis die Betroffenen sich in der Klinik befinden. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Symptome von den Angehörigen oder Freunden, aber auch von den Betroffenen selbst missgedeutet werden. So wird dann häufig noch eine Stunde oder auch mehrere Stunden abgewartet, bis endlich ein Arzt gerufen wird. Typisch sind plötzliche Lähmungserscheinungen, Schwindel und Probleme mit dem Sprechen und Sehen.

Wie wichtig eine frühzeitig einsetzende Notfallbehandlung ist, machen folgende Zahlen deutlich. Jedes Jahr erleiden rund 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Knapp 20% von ihnen versterben sofort oder innerhalb von vier Wochen. Nach einem Jahr leben nur noch rund 65% der Betroffenen. Und von denen bleibt rund die Hälfte auf längere Sicht behindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 29.05.06

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