Schlaganfall: Neue Therapiechancen beim Hirnödem

Eine gefährliche Komplikation beim Schlaganfall ist in Zukunft möglicherweise besser behandelbar. Wissenschaftler der Universität Würzburg haben herausgefunden, warum beim sogenannten Hirnödem Kortison-Präparate so schlecht wirken. Und hoffen nun, dass sich daraus neue medikamentöse Möglichkeiten ergeben.

Zum Hintergrund: Bei einem Schlaganfall kommt es nicht nur zu einer Minderdurchblutung von Gehirnarealen und zu einem Absterben der betroffenen Nervenzellen. Es kann im weiteren Verlauf auch zu einem Austritt von Flüssigkeit ins Gehirngewebe kommen. Der Sauerstoffmangel kann die Gefäße nämlich löchrig machen. Man spricht von einem sogenannten Hirnödem.

Die Flüssigkeitsansammlungen sind vor allem deshalb gefährlich, weil sie Druck auf das umliegende Gewebe ausüben. In der Folge können weitere Gehirnzellen absterben.

Warum Kortison beim Hirnödem nicht wirkt

Das Merkwürdige: Während bei Ödemen in anderen Körperregionen Kortison-Präparate relativ gut helfen, sind sie beim Hirnödem praktisch wirkungslos. Die Würzburger Wissenschaftler haben nun herausgefunden, warum. Der Sauerstoffmangel scheint nämlich auch die Rezeptoren für Kortison zu zerstören. Die Zellen sind dann also gar nicht mehr in der Lage, auf Kortison-Präparate anzusprechen.

Verantwortlich für diesen Rezeptor-Abbau ist ein Enzym-Komplex, ein sogenanntes Proteasom, wie Studienleiterin Prof. Dr. Carola Förster erklärte. Gelänge es in Zukunft, dieses Proteasom zu hemmen, wäre das ein effektiver Behandlungsansatz beim Hirnödem. Allerdings wird das wohl noch etwas dauern.

WANC 30.03.2011
Quelle: PhD. Stroke. doi: 10.1161/STROKEAHA.110.592238

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