Schlaganfall: Neuer Therapieansatz bessert Feinmotorik

Mit einem neuartigen medikamentösen Ansatz lässt sich möglicherweise die beeinträchtigte Feinmotorik nach einem Schlaganfall verbessern. Der Name des Arzneimittels: Reboxetin. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für neurologische Forschung haben damit deutliche Verbesserungen bei einer kleinen Patientengruppe erzielt.

Reboxetin erhöht die Verweildauer des körpereigenen Botenstoffs Noradrenalin im Gehirn. Das Medikament wird vor allem bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt. Die längere Noradrenalin-Verweildauer könnte sich aber auch positiv auf Hirnzentren auswirken, die die Feinmotorik steuern, so die These. Und tatsächlich: Bei 11 Schlaganfall-Patienten, die sich freiwillig zu einem Test bereit erklärten, führte Reboxetin zu deutlich verbesserten Werten bei diversen feinmotorischen Übungen (Griffkraft, Fingerklopfen, Zeigebewegungen).

Die Wissenschaftler sind optimistisch, dass sich daraus eine ernsthafte therapeutische Alternative entwickeln könnte. Allerdings sind dazu noch weitere Studien mit einer größeren Anzahl an Patienten notwendig.


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn 08.03.11
Quelle: Ann Neurol.; DOI/10.1002/ana.22237

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