Gute Nacht!

Chronische SchlafstörungenChronische Schlafstörungen machen nicht nur tagsüber müde, sondern sind langfristig auch ein Gesundheitsrisiko. Dabei ist vielen Betroffenen bereits mit einfachen Tipps geholfen.

Am Vollmond liegt es nicht. Diesen gängigen Mythos, wenn es um Schlaflosigkeit geht, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München in einer aktuellen Studie widerlegt.

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Dazu untersuchten sie die Schlafdaten von 1.265 Probanden aus 2.097 Nächten. „Wir konnten keinen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen menschlichem Schlaf und den Mondphasen aufzeigen“, sagt Neurowissenschaftler Dr. Martin Dresler vom Münchner Max-Planck-Institut.

Alkohol stört den gesunden Schlaf

Ebenfalls ins Reich der Mythen gehört die schlaffördernde Wirkung des hochprozentigen Schlummertrunks. Im Gegenteil: Alkohol kurz vor dem Einschlafen sorgt dafür, dass die Nachtruhe kürzer und weniger erholsam ausfällt. „Alkohol kann zwar in der ersten Nachthälfte einen stabilisierenden Effekt auf den Schlaf haben und auch das Einschlafen beschleunigen. In der zweiten Nachthälfte kann jedoch ein gegenteiliger Effekt mit gehäuften Wachphasen auftreten“, sagt Professor Thomas Pollmächer, Direktor des Zentrums für psychische Gesundheit am Klinikum Ingolstadt. Der Grund: Je öfter man, wenn auch nur kurz, aufwacht, desto schlechter ist die Schlafqualität, weil dadurch die jeweilige Schlafphase gestört ist.

Zu wenig Schlaf kann depressiv machen

Kein Mythos dagegen ist, dass dauerhafter Schlafmangel krank machen kann. „In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass chronische Schlafstörungen ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes sein können. Schlafstörungen beeinträchtigen zudem die seelische Stabilität, können zu psychiatrischen Erkrankungen – wie Depressionen – führen und das Immunsystem schwächen“, sagt Schlaf-Experte Pollmächer. Wer ausreichend und gut schläft, ist also nicht nur tagsüber fitter, sondern tut auch eine ganze Menge für seine Gesundheit. Vom Griff zur Schlaftablette ohne Rücksprache mit dem Arzt rät Pollmächer aber ab.

Zur unterstützenden Behandlung leichter, nicht chronischer Schlafstörungen eignen sich freiverkäufliche Mittel, die Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Melisse enthalten.

Autorin: Cornelia Weber
Quellen: Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München; www.psychiater-im-netz.org
Patienten Journal Reise & Gesundheit Oktober 2015