Schlafmittel: Es drohen Krebs und Tod

Schlafmittel sollte man wirklich nur dann nehmen, wenn es unbedingt notwendig ist. Zwar können sie in der Regel zu einem verbesserten Schlaf verhelfen, doch das wird teuer erkauft. Denn die erheblichen Nebenwirkungen wiegen den Nutzen nach Ansicht von Ärzten mehr als auf. Eine neue Studie sagt nun sogar, dass Schlaftabletten nicht nur das Krebs-, sondern auch das Sterberisiko erhöhen.
Bis zu fünf mal mehr Todesfälle bei den Schlafmittel-Anwendern.

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Die Wissenschaftler werteten die Daten von rund 10.000 Personen aus, die Schlafmittel einnahmen. Als Kontrolle dienten über 23.000 Menschen, die derartige Mittel nicht benutzten. Dabei zeigte sich, dass selbst Schlaftabletten in geringen Mengen – gemeint sind bis zu 18 Pillen pro Jahr – das Sterberisiko um das 3,5-fache erhöhen. Bei denjenigen, die zwischen 18 und 132 Tabletten schluckten, stieg das Risiko auf das 4,4-fache, und bei denen, die über 132 Schlafmittel zu sich nahmen, war das Risiko sogar um das 5,4-fache höher.

In der Gruppe, die am meisten Schlafmittel einnahmen, stieg auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich an: um 35%.

Viele Indizien, kein Beweis

Die Studienautoren verweisen auf zahlreiche frühere Untersuchungen, die ebenfalls einen Zusammenhang von Schlafmitteln und Sterberisiko ermittelt hatten. Ein endgültiger Beweis fehlt zwar, weil in diesen Studien nie nachgewiesen werden konnte, dass es wirklich die Schlafmittel waren, die für die Todesfälle verantwortlich waren. Aber zumindest gibt es ernstzunehmende Hinweise auf einen solchen Zusammenhang. Und das kann einem ja schon genügen, mit den Schlafmitteln eher vorsichtig umzugehen.

Autor: Christian Sachse, 28.02.2012
Quelle: BMJ Open 2012;2:e000850 doi:10.1136/bmjopen-2012-000850

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